Gute Weiterbildungen sind ein Kostenpunkt, den nicht jeder problemlos stemmen kann. Auf Bildung verzichten müssen Sie in diesem Fall dennoch nicht: Verschiedene staatliche Fördermittel setzen genau hier an und greifen Ihnen unter die Arme, wenn Ihr Vorhaben für Sie allein finanziell nicht leistbar ist. Gerne beraten wir Sie ergänzend dazu.

 

Alle Förderungen auf einen Blick

Übersicht der Fördermöglichkeiten

In erster Linie denken Menschen bei einer geförderten Weiterbildung an die Agentur für Arbeit. Doch auch wenn dieser Gedanke richtig ist, zeigt er noch längst nicht alle Möglichkeiten der Förderung einer Weiterbildung. Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen, welche Fördermöglichkeiten es gibt, wie Sie am besten vorgehen, um eine Förderung zu bekommen, und welche Option Sie auch ohne Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug haben.

 

AZAV-Bildungsgutschein

Das wohl bekannteste Förderinstrument für berufliche Weiterbildungen ist der AZAV-Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit. Mit diesem beteiligt sich die Arbeitsagentur an den Kosten der Weiterbildung oder übernimmt diese sogar komplett. Geeignet ist diese Förderung der Weiterbildung für verschiedene Gruppen:

  • Arbeitslose/Arbeitssuchende
  • Von Arbeitslosigkeit Bedrohte
  • Menschen, die eine Weiterbildung zur Sicherung des Arbeitsplatzes brauchen
  • Menschen, die eine Weiterbildung zur beruflichen Wiedereingliederung brauchen
  • Menschen, die fehlende Berufsabschlüsse nachholen möchten

Übernommen werden sowohl die Kosten für die Weiterbildung selbst als auch Aufwendungen für Lernmaterial, Fahrt- und Unterbringungskosten oder gar Kinderbetreuungskosten. Eine über den Bildungsgutschein geförderte Weiterbildung sollte zeitnah, in der Regel spätestens nach drei Monaten, begonnen werden. Erster Ansprechpartner, der auch Auskunft über die konkrete Höhe des Bildungsgutscheins geben kann, ist der zuständige Berater der Agentur für Arbeit.

 

WeGebAU

Die Förderung WeGebAU, konkret die „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“, war lange Zeit das Fördermittel schlechthin für Arbeitnehmer über 45 Jahren. Doch mit den jüngsten Gesetzesänderungen, beispielsweise dem Qualifizierungschancengesetz von 2019, öffnete sich diese Art der Förderung der Weiterbildung für weitere Gruppen und steht nun Beschäftigten über und unter 45 Jahren mit geringer Qualifikation oder einer qualifizierten Berufsausbildung offen. Diese Förderung richtet sich nicht an Arbeitslose, sondern bewusst an Menschen in einem festen Beschäftigungsverhältnis, die 

  • ihre berufliche Qualifikation aufwerten wollen
  • sich begleitend zum Beruf weiterbilden möchten
  • berufssicherndes Know-how erwerben wollen

Damit ist die Förderung WeGebAU auch als Unterstützung von Unternehmen gedacht, die ihren Mitarbeitern keine oder kaum Weiterbildungen ermöglichen können, außer dem Mindestmaß der gesetzlich verpflichtenden. Die Förderhöhe hängt von der Anzahl der Beschäftigten im Unternehmen und dem Alter des Antragstellers ab. Erster Ansprechpartner ist der Arbeitgeber, denn dieser stellt in der Regel den Antrag auf eine Förderung mittels WeGebAU.

 

Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)

Eines der vielfältigsten Instrumente zur Förderung der Weiterbildung ist der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Denn es gibt ihn in gleich drei verschiedenen Versionen:

  • AVGS-MAT: Förderung von Weiterbildungen und Karrierecoachings
  • AVGS-MAG: Förderung betrieblicher Berufspraktika
  • AVGS-MPAV: Förderung ergänzender privater Arbeitsvermittlung

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein wird, wie auch der Bildungsgutschein, meist befristet ausgestellt. Die gewünschte Weiterbildung, das Berufspraktikum oder die private Arbeitsvermittlung muss also innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfolgen. In erster Linie richtet sich diese Förderung der Weiterbildung an Menschen mit Arbeitslosengeld-1-Bezug. Diese dürfen mit einer Bewilligung rechnen, wenn sie innerhalb von drei Monaten für mindestens sechs Wochen arbeitssuchend gemeldet waren. Doch auch Menschen in Anstellung haben Chancen auf einen AVGS, jedoch handelt es sich in diesem Fall um eine Ermessensleistung. Ansprechpartner ist der zuständige Berater der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters.

 

Bildungsscheck

Diese Förderung der Weiterbildung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Der Bildungsscheck richtet sich an:

  • Beschäftigte
  • Berufsrückkehrer
  • Unternehmen/Unternehmer

und ist eine Möglichkeit, bis zu 50 % der entstehenden Weiterbildungskosten zu übernehmen. Wichtig ist hierbei, dass nur die Lehrgangskosten übernommen werden können, nicht jedoch Fahrtpauschalen oder Kosten für Lernmittel. Ansprechpartner ist die zuständige Förderberatungsstelle Ihrer Region. Meist sind diese den Bezirksregierungen angegliedert.

 

Bildungsprämie

Bund und Europäischer Sozialfonds verantworten diese Art der Förderung der Weiterbildung. Die Bildungsprämie richtet sich in erster Linie an Geringverdiener, die mithilfe einer Weiterbildung ihre beruflichen Chancen verbessern wollen. Arbeitslose gehören nicht zum Kreis der förderfähigen Personen. Erster Ansprechpartner ist der zuständige Berater in der Beratungsstelle des Bundes. Ihren persönlichen Ansprechpartner können Sie bequem über die Online-Suche des Bundesministeriums für Bildung und Forschung herausfinden.

 

Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD)

Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr ermöglicht Soldaten bei anstehendem oder bis zu vier Jahre zurückliegendem Dienstzeitende, ihre berufliche Weiterbildung mittels einer Förderung zu unterstützen. Ziel ist es, den Soldaten den Übergang in ihre berufliche Tätigkeit nach dem Dienstende zu erleichtern. Möglich ist es, sowohl berufliche als auch schulische Weiterbildungen fördern zu lassen. Erster Ansprechpartner ist der zuständige Berater beim BFD, den Sie in der BFD-Standortsuche auf dieser Seite finden.

 

Deutsche Rentenversicherung (DRV)

Auch über die Deutsche Rentenversicherung können Weiterbildungen gefördert werden, sofern eine Krankheit oder Behinderung vorliegt und kein anderer Rehabilitationsträger zuständig ist. Um diese Art der Förderung zu beantragen, stellen Sie den sogenannten Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA). Gefördert werden können Menschen,

  • die ihre Erwerbsfähigkeit erhalten möchten
  • die eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt brauchen

Ansprechpartner für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ist die Deutsche Rentenversicherung.

 

Einkommenssteuer

Keine direkte Förderung, aber dennoch eine finanzielle Entlastung ist die Möglichkeit, die Weiterbildung steuerlich abzusetzen. Ansprechpartner ist in diesem Fall Ihr Steuerberater.

 

Voraussetzung zur Förderung der Weiterbildung

Je nach Art der Förderung der Weiterbildung gibt es unterschiedliche Voraussetzungen. So bekommen den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein in erster Linie Arbeitslose mit Leistungsbezug, die Bildungsprämie hingegen Geringverdiener in fester Anstellung. Es lohnt sich, einen Blick auf die genauen Fördervoraussetzungen zu werfen und genau zu überprüfen, welche Fördermöglichkeit sich für Sie eignet.

Was nahezu alle Fördermöglichkeiten gemeinsam haben, ist eines: Gefördert werden bei sehr vielen der genannten Möglichkeiten ausschließlich zertifizierte Weiterbildungen. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass mit den Fördergeldern verantwortungsvoll umgegangen wird und diese nur eingesetzt werden, wenn im Gegenzug eine geprüfte Qualität der Weiterbildungen gewährleistet wird. Vorausgesetzt wird meist die AZAV-Zertifizierung von Weiterbildungsanbietern und deren Maßnahmen. karriere tutor® hat diese Zertifizierung erhalten; zertifizierte Kurse von uns sind also förderfähig.

 

Wie finde ich geförderte Weiterbildungen?

Um die richtige Förderung zu finden, gibt es verschiedene Wege. Die richtigen Ansprechpartner für den Antrag auf Kostenübernahme helfen bei Fragen zum Antrag und dem Ablauf Ihrer geförderten Weiterbildung. Um im ersten Schritt für sich selbst zu klären, welche Weiterbildung sinnvoll ist, um die gewünschten Kenntnisse vermittelt zu bekommen, lohnt sich ein Blick in die Lehrgangsunterlagen der verschiedenen Weiterbildungen und ein Beratungsgespräch beim Anbieter selbst. Nutzen Sie gerne auch unseren Call-Back-Service, um Ihre persönliche Weiterbildungsroute festzulegen.

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