02.01.19 | Qualifikation und Weiterbildung: Die wichtigsten Trends 2019

Digitalisierung ist ein Prozess, der alle gesellschaftlichen Bereiche beeinflusst. Vor allem geht es heute darum, ihre Rolle zu verstehen, um sie mit entsprechenden Grundkompetenzen richtig zu gestalten. „Wir sind heute selbst unser größtes Kapital in der Berufswelt“, schreibt Philipp Riederle 2013 in seinem Buch „Wer wir sind und was wir wollen“. Der Digital Native erkannte schon damals, dass Wissen fragmentiert und ersetzbar ist, aber Persönlichkeit, Ausprägung und Haltung nicht: „Wer willst du sein? Wie möchtest du dich profilieren? Was gibst du inhaltlich von dir?“ Die Aufgabe seiner Generation sieht er darin, Medienkompetenz, die auch grundlegend für das formelle und informelle Lernen mit digitalen Medien ist, weiterzugeben und das Internet besser zu machen, um selbst besser zu werden.

In der Ausbildung sollten deshalb auch Kompetenzen im Fokus stehen, die den Menschen von Maschinen unterscheiden und nicht automatisiert werden können (z. B. Kreativität oder Empathie). In der deutschen Weiterbildungsbranche hat sich Oliver Herbig als Vorstand und Geschäftsführer verschiedener Weiterbildungsanbieter einen Namen gemacht, weil er die Themen ganzheitlich betrachtet und vermittelt. Seine Führungserfahrungen gibt er auch als Dozent des Leadership-Coaching-Lehrgangs bei karriere tutor® weiter, wo er zugleich Geschäftsführer ist. Auf dieser Weiterbildungs-Plattform können Nutzer ihre Karrieren in den Bereichen IT, Management oder Marketing voranbringen.

Das Marketing bei karriere tutor wird von Lars Kroll geleitet. Seit dem Studium gehören Weiterbildungen zu seinem Lebenslauf wie Hashtags zu Instagram. Dadurch konnte er sich in den letzten Jahren einige Zertifikate im Online und Social Media Bereich aneignen, Lehrgänge mit aufbauen und das größte, regelmäßige deutsche Social Media Event etablieren: die Mercedes-Benz Media Nights (MBSMN) in Stuttgart. Seit September 2017 ist er Geschäftsführer der socialtelligence GmbH mit Sitz in Stuttgart. Zu seinen Tätigkeiten gehören u. a. die Marketingleitung, Social Media- Konzepte, Projektleitungen und die Entwicklung von Strategien für diverse Unternehmen aus den Bereichen Bank, NGO, eCommerce, Personalwesen und Automobilindustrie – immer mit dem Blickwinkel auf die Marketing- und HR-Abteilungen. Mit zwei Geschäftspartnern entwickelt er außerdem ein Tool, mit dem kreative Social Media Ansätze verbunden mit künstlicher Intelligenz (Patent Pending) automatisiert werden können.

Oliver Herbig ist davon überzeugt, „dass jeder Mensch, der lebenslang seine Weiterbildung in den Vordergrund stellt, nicht nur zufriedener sein, sondern auch ein Leben mit hoher Bedeutung führen wird.“ Social Media ist für ihn heute das wichtigste Kommunikationsinstrument geworden: „Vor allem für die Generation Y, die mit sozialen Medien aufgewachsen ist, ist das Kommunizieren durch soziale Netzwerke eine Selbstverständlichkeit und gehört fest zum Tagesablauf.“ Er verweist aber auch darauf, dass Spezialkenntnisse im Zeitalter der Digitalisierung sehr schnell veralten können, deshalb sind Fortbildung, Qualifizierung, Prozess- und Medienkompetenz gleichermaßen erforderlich.

Der aktive, kritische und kreative Umgang mit digitalen Medien wird künftig auch über Lebens- und Berufsperspektiven entscheiden. Bestehende Berufe müssen deshalb neu gedacht und neue Berufsfelder definiert werden, in denen Mensch und Maschine nachhaltig und leistungsstark zusammenarbeiten können. Die Grundprinzipien von und die Arbeit mit Systemen im jeweiligen Berufsfeld zu lernen sind auch wichtige Bestandteile in der zukünftigen Aus- und Weiterbildung. „Aufgrund dieser Trends müssen Ausbildungsstrategien und Bildungspläne konzipiert werden, die junge Menschen auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereiten“, schreibt Felix Sühlmann-Faul in seinem Buch „Der blinde Fleck der Digitalisierung“, das sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Nachhaltigkeit und digitale Transformation in Einklang bringen lassen.

Mit den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) wurden bis 2030 universelle und klare Ziele für alle 193 ratifizierenden Nationen gesetzt. Die Vereinten Nationen haben alle Länder dazu aufgerufen, an dieser Entwicklung auf der Basis der Eigeninitiative und der Selbstverantwortung mitzuwirken. Die SDGs wurden auf Betreiben der UN im September 2015 von den Regierungen der Welt beschlossen Sie skizzieren eine neue und weltweite Agenda, um Armut und Hunger zu reduzieren, Gesundheit zu verbessern, Gleichberechtigung zu ermöglichen und unseren Planeten zu schützen. Echte Fortschritte werden kaum möglich sein, wenn nicht alle Kinder und Jugendliche weltweit eine hochwertige Bildung erhalten.

Deshalb spielt Bildung (Ziel 4) eine zentrale Rolle. Die Investition in Bildung und die Stärkung des Bildungssektors ist der Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung eines Landes und seiner Menschen. Es ist deshalb dringlich, für alle Menschen eine chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherzustellen. Allerdings will auch das Lernen gelernt sein, denn Lernkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation, die mit kognitiven und emotionalen Strukturen gleichermaßen zu tun hat: Das, was man gern tut, behält man auch länger im Gedächtnis.

Zur größten wirtschaftlichen Herausforderung in Deutschland gehört die Qualität des Bildungssystems. Unsere wirtschaftliche Stabilität und nachhaltiges Wirtschaftswachstum hängen unmittelbar davon ab. Vor diesem Hintergrund hat Oliver Herbig fünf Trends für 2019 herausgearbeitet:

Trend 1: Digitalisierung

Trend 2: Adaptives Lernen

Trend 3: Lernen in digitalen Communities

Trend 4: Lebenslanges Lernen, mehr denn je

Trend 5: Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Die Wirtschaft beklagt den Fachkräftemangel, und die Politik spricht über „innovative Weiterbildungskonzepte“, sagt aber nicht, wie diese genau aussehen sollen, schreibt der Techniksoziologe Sühlmann-Faul in seinem Buch. Von besonderer Bedeutung für die Bewältigung der digitalen Disruption des Arbeitsmarkts sind deshalb die Themenfelder Qualifikation und Weiterbildung. „Die Ausbildungsqualität ist in Deutschland zwar allgemein gut, jedoch wird von politischer Seite zu wenig dafür getan, die Inhalte an die Herausforderungen einer Arbeitswelt anzupassen, die zunehmend durch digitale Prozesse gekennzeichnet ist“, so Sühlmann-Faul. Es bedarf deshalb der Kooperation zwischen Politik und Unternehmen, um praxisnahe Fortbildungen anzubieten, die einen Fachkräftemangel begrenzen und dafür Kompetenzen stärken“.