02.01.19 | New Work: Freiheit macht verantwortlich

Die Begriffe Arbeit 4.0 und New Work werden heute fast gleichbedeutend verwendet. Sie sind eine Reaktion auf verschiedene gesellschaftliche und organisationale Entwicklungen wie den demografischen Wandel, Globalisierung, Digitalisierung und Internationalisierung und einen veränderten Markt, in dem alte Strukturen nicht mehr funktionieren. New Work wird vor allem mit einem hohen Anpassungsbedarf für Organisationen und neuen Chancen in Verbindung gebracht. Historisch hat der Begriff allerdings eine andere Bedeutung: Er geht zurück auf den amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann, der ihn bereits in den 1980er-Jahren geprägt hat. Freiheit definiert er nicht nur als Wahl zwischen Alternativen, sondern vor allem als Handlungsfreiheit, die früher – zumindest ansatzweise – Heimarbeiter hatten. Für die Lederindustrie fertigten ganze Ortschaften von daheim aus. Das Unternehmen lieferte den Rohstoff, und der Angestellte die Handtaschen. Wann er produzierte, war nicht relevant. Der Vorteil lag auf beiden Seiten: Die Feintäschner konnten die Arbeit mit ihrem Privatleben in Einklang bringen, und die Firmen sparten Platz.

Die Flexibilität der Arbeitszeit und des Arbeitsortes hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, vor allem begünstigt durch die Digitalisierung. Technologische und gesellschaftliche Transformationsprozesse führen zu einer Auflösung konventioneller Strukturen. Davon zeugt auch eine neue Generation von Wohnhäusern: Über Jahrhunderte zeichneten sich Privathäuser vor allem dadurch aus, dass in ihnen nicht gearbeitet wurde. Heute werden spezifische Raumfunktionen zugunsten offener Nutzungskonzepte aufgegeben – Leben und Arbeit gehen ineinander über. Vor diesem Hintergrund leiten sich die heutigen Aspekte von New Work daraus ab: flexiblere Arbeitskonzepte, heterogene Belegschaften, der Wandel des Führungsbildes, dynamische und flexiblere Karrierekonzepte, Selbstverantwortung, Eigeninitiative, unternehmerische Kraft und Freiheit. Sie ist allerdings nicht geschenkt, sondern muss täglich neu errungen und verantwortungsvoll genutzt werden.

In Anlehnung an das New-Work-Prinzip wurde 2015 auch die karriere tutor® GmbH, ein von der Bundesagentur für Arbeit zertifizierten Anbieter mit Sitz in Königstein bei Frankfurt von Andrea Fischer und Oliver Herbig gegründet. Herbig ist eie Lars Kroll, der hier das Marketing leitet, überzeugt davon, dass jeder Mensch sein volles Potenzial ausschöpfen und beruflich erfolgreich und glücklich sein kann, wenn er nur will und die richtigen Wege zu nutzen weiß. Dafür braucht es Achtsamkeit, die dabei hilft, genauer wahrzunehmen, was Menschen im Leben und in ihrer Arbeit erfüllt und glücklich macht. Es wird deshalb auf gemeinsame mentale Modelle gesetzt, die die Selbstbestimmung fördern. „Wer über seine Aktivitäten selbstbestimmt entscheiden kann, empfindet weniger Stress und ist gesünder“, bestätigt auch Ulrich Schnabel, Autor des Buches „Muße“. Das gute Leben macht heute den Unterschied, denn es beruht im Gegensatz zum bloßen Leben auf Sinnstiftung, einer Ökonomie des Teilens und der Wahlfreiheit von Tun und Lassen