12.02.19 | Digitale Transformation: Neue Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung

Zunehmende Projektarbeit und ein selbstständiges Agieren sowie die neuen Freiheitsräume bei der Arbeit machen zusätzliche Fähigkeiten im Bereich Kommunikation, Kooperation sowie Planung und Organisation erforderlich. Dabei müssen Kompetenzen und Qualifikationen auf dem aktuellen Stand des Wissens gehalten werden, denn es ist davon auszugehen, dass die Digitalisierung zu verkürzten Halbwertzeiten des Wissens führen wird. Um dem Abbau von Arbeitsplätzen im Zuge der digitalen Transformation vorzubeugen, ist es heute von großer wachstums- und sozialpolitischer Bedeutung, dass die Fähigkeiten und Kompetenzen der Erwerbstätigten für eine erfolgreiche Bewältigung und Gestaltung der Digitalisierung geeignet und immer auf einem aktuellen Stand sind.

Eine wesentliche Herausforderung besteht darin, die Bildungsinhalte an das digitale Zeitalter anzupassen. Im Sinn von „digital literacy“ müssen alle Menschen dazu befähig sein bzw. es werden, die digitalen Technologien richtig zu nutzen. Im qualifikatorischen Fokus der sich verändernden Anforderungen an die Erwerbstätigen stehen vor allem die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), die als Hard Skills gelten. Deshalb ist es wichtig, auch kreative und innovative Fähigkeiten nicht zu vernachlässigen sowie den Soft Skills im Bereich Planung und Problemlösung Aufmerksamkeit zu widmen.

 

Warum Unternehmen in eine kontinuierliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren sollten

Das Weiterbildungsinteresse der Arbeitgeber im digitalen Zeitalter gilt vor allem dem qualifizierten Umgang mit den eingesetzten oder den für einen Einsatz geplanten digitalen Technologien. Mit zunehmender Vernetzung gewinnen die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz besonders an Bedeutung. Die damit verbundenen Herausforderungen stellen derzeit noch für viele Unternehmen ein Hemmnis für die digitale Um- und Aufrüstung dar. Vor allem Mittelständler müssen eine größere Offenheit gegenüber den neuen Technologien entwickeln. Beim Einsatz von Technologien im Fertigungsprozess sind einige noch konservativ und mehr auf Stabilität und Sicherheit bedacht. Sie präferieren deshalb etablierte, analoge Lösungen und keine digitalen Technologien. Das behindert die Ausschöpfung des nachhaltigen Wachstumspotenzials.

Strategische Entscheidungen zur Umsetzung der digitalen Transformation sollten schneller getroffen werden. Das betrifft das Portfolio der Unternehmen und interne Restrukturierungsmaßnahmen genauso wie Investitionen in Aus- und Weiterbildung. Die Erneuerung der Software und IT-Infrastruktur oder die installierte Fertigungsbasis kann Schritt für Schritt erfolgen – benötigt wird allerdings eine solide technologische Basis. Industrie 4.0 ist deshalb ein Thema, das Großkonzerne genauso betrifft wie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Nicht nur bestehende Produktionsverfahren werden dadurch optimiert bzw. ersetzt – es werden auch neue Märkte, Geschäftsmodelle und Produktionsverfahren und Produkte entwickelt. Nur auf diese Weise ist es möglich, dass aus Industrie zusätzlich neues und nachhaltiges Wachstum entstehen kann.

 

Durch Industrie 4.0 ergeben sich neue Qualifizierungsbedarfe

„Für Unternehmen auf sachlicher Ebene heißt das, dass Fort- und Weiterbildung gelernt werden und eine demografiesensible Unternehmenskultur weiterentwickelt werden muss. In Bezug auf Werte bedeutet dies mehr Rückbesinnung auf ethische und moralische Werte und weniger auf Gewinnmaximierung. Arbeitnehmer sollten auf der Sachebene Prozesse richtig beherrschen (z. B. IT, EDV), interdisziplinär denken können und lernbereit bleiben. Auf emotionaler Ebene sind u. a. Empathie, Kommunikation, Teamorientierung, Flexibilität und Zielstrebigkeit“, sagt der Personalexperte Werner Neumüller, Geschäftsführer der GmbHs der Neumüller Unternehmensgruppe.

Industrie 4.0 wird nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn es gelingt, alle Beteiligten über die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette mitzunehmen. Dieser Wandel fordert von den Personalabteilungen und Führungskräften neue Maßnahmen ab. Neben den Mitarbeitenden selbst sind sie mit für die immer relevanter werdende Weiterbildung und das Lernen von Mitarbeitenden verantwortlich. „Die Führungskraft wird heute zum Mentor und Mediator“, sagt Lars Kroll, der bei karriere tutor® www.karrieretutor.de das Marketing leitet.

Die Online-Weiterbildungsplattform möchte Menschen an jedem Arbeitsplatz der Welt „beruflich erfolgreich und glücklich machen“. Ein Team aus ausgewiesenen Dozenten und Tutoren, Karriereberatern und Experten für berufliche Weiterbildung berät und begleitet sie ganzheitlich auf dem Weg zur beruflichen Erfüllung.

 

„Beweg dich, Arbeitswelt!“

Was Glück und berufliche Erfüllung konkret bedeutet, zeigt sich am Beispiel von Andreas Wittler. Jahrelang war der Anfang 50-Jährige in ausgezeichneten Positionen „beruflich beheimatet“. Doch sein berufliches Glück fand er trotz all dieser Dinge nicht. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften und einem Aufbaustudium der internationalen Wirtschaftsbeziehungen war er rund 20 Jahre in der Finanzbranche tätig. Als die Finanzkrise die Branche massiv umstürzte, „die Manager in den oberen Riegen aber nur behäbig darauf reagierten und weiterhin komplett überholte Geschäftsmodelle anboten“, wurde ihm bewusst, dass das nicht sein Weg sein würde. Die Branche hätte sich seiner Meinung nach schnell verändern müssen – aber sie tat es nicht. Er wurde zunehmend unzufriedener mit dem, was er täglich tat.

Sein Wendepunkt kam dann durch eine „aus der Not“ heraus geborene Projektphase: Als Unternehmensberater für Krankenhäuser kam er zum Ende eines langjährigen Projekts erstmals mit agilen Methoden in Kontakt. Diese völlig andere Herangehensweise an Abläufe begeisterte ihn: Er arbeitete mit Krankenschwestern, jungen Ärzten und Technikern zusammen und erlebte ein Projekt, wie er es zuvor aus seinem Berufsalltag nicht kannte: „Es war agil, flexibel und aus konventioneller Sicht betrachtet mutig, aber es funktionierte und brachte etwas in Gang.“ Genau so wollte er in Zukunft arbeiten.

Es folgte eine intensive Orientierungsphase und die Erkenntnis: „Wenn das Arbeitsleben so nicht zu mir passte, dann würde ich mich exakt so weiterbilden, dass ich mir meinen Traumjob aussuchen könnte.“

Die Nachfrage an Agilitäts-Experten war enorm und genau solch ein Experte wollte er selbst werden. Nach einem Gespräch mit der Kundenberatung von karriere tutor® legte er seinen „Fahrplan“ in meine berufliche Zukunft fest: Er wollte alle relevanten Teilbereiche des Projektmanagements von Grund auf zertifizieren lassen, um ein belastbares Wissenspaket mit in meinen nächsten Job nehmen zu können. Er entschied sich für klassische Ansätze wie PRINCE2® sowie für deren agile Erweiterung PRINCE2® Agile und schließlich den Scrum® Master. Mit dieser Grundlage wollte er sein Ziel erreichen. Er absolvierte alle Lehrgänge deutlich schneller, als es in den Lehrgangsbeschreibungen stand und lernte nach seinem eigenen Rhythmus: „Lernen wieder zu lernen, war für mich ein voller Erfolg!“

Zum Ende seiner „Weiterbildungsreise“ hatte er berufliche Wahlfreiheit. Er kann freiberuflich tätig und angestellt sein, er darf das weitergeben, was ihn erfüllt, kann sich mit anderen Experten aus seiner Branche vernetzen und wertvolle Praxiserfahrungen sammeln.