Fortbildung versus Weiterbildung – gibt es einen Unterschied?

Die Begriffe Fort- und Weiterbildung werden oft synonym verwendet. Sie klingen ja auch so ähnlich. Dennoch ist eine Fortbildung nicht das Gleiche wie eine Weiterbildung. Wir erklären Ihnen den Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung und verdeutlichen Ihnen anhand von praktischen Beispielen, in welcher Situation Sie welche Bildungsmaßnahme wählen sollten.

 

Definition und Ziel der Weiterbildung

Mit einer Weiterbildung bauen Sie Ihr Wissen und Können aus und erweitern damit Ihren beruflichen Handlungsspielraum. Vorrangiges Ziel der beruflichen Weiterbildung ist es, Ihnen bessere Jobperspektiven zu eröffnen. Sie baut auf das Wissen auf, das Sie bereits während Ihres Berufslebens gewonnen haben. Jedoch muss sie sich nicht unmittelbar auf Ihren aktuell ausgeübten Job beziehen. Nach erfolgreichem Abschluss Ihrer Weiterbildung erhalten Sie ein Zertifikat, welches Ihre erworbenen Qualifikationen bescheinigt.

Die Weiterbildung unterstützt Sie damit bei dem Ziel, entweder aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder in eine Anstellung zu finden, oder darin, Sie in Ihrem aktuellen Job noch weiterzubringen.

Passende Weiterbildungsangebote finden Sie bei zertifizierten Weiterbildungsträgern, wie karriere tutor®, (Fach-)Hochschulen oder Fernuniversitäten.

 

Beispiele für eine Weiterbildung

Sie haben beispielsweise bisher im Marketing als Texterin gearbeitet und suchen nun eine neue Herausforderung als Online Marketing Managerin. Aus dem Anforderungsprofil der Stellenanzeigen geht allerdings hervor, dass Sie dafür Kenntnisse in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) und der Suchmaschinenwerbung (SEA) benötigen. In diesem Fall wäre eine Weiterbildung im Suchmaschinenmarketing genau die richtige Wahl für Sie.

Ein anderes Beispiel für eine Weiterbildung: Seit einigen Jahren arbeiten Sie in der Finanzbuchhaltung. Sie brennen für Zahlen und Buchungen, wollen nun aber im wahrsten Sinne des Wortes gerne auch „Bilanz ziehen“. Hierfür benötigen Sie Kenntnisse in der Bilanzierung. Sie müssen also Ihr Fachwissen noch weiter ausbauen. Eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter (IHK) verhilft Ihnen dann zum entscheidenden Karrieresprung.

 

Finanzierung der Weiterbildung

Wenn Sie sich in einer Anstellung befinden, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber reden, ob er die Kosten für die Weiterbildung entweder ganz oder teilweise trägt. Viele Unternehmen fördern heutzutage die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter allein aufgrund der Tatsache, dass lebenslanges Lernen zur Notwendigkeit geworden ist. Zudem fördert Weiterbildung auch die Mitarbeitermotivation und -bindung und wird daher häufig finanziell unterstützt.

Sollte für Ihre gewünschte Weiterbildungsmaßnahme das Budget dennoch nicht ausreichen, haben Sie die Möglichkeit, staatliche Fördergelder in Anspruch zu nehmen. Auch als Nicht-Arbeitsloser können Sie sich beim Arbeitsamt zu den Fördermöglichkeiten Ihrer beruflichen Weiterbildung beraten lassen. Über das Qualifizierungschancengesetz werden der Arbeitsagentur durch den Bund umfangreiche staatliche Fördermittel für Weiterbildung zur Verfügung gestellt.

Sollten Sie derzeit arbeitslos sein, stehen Ihnen vielfältige Fördermöglichkeiten über die Agentur für Arbeit zur Verfügung, die Sie zur Finanzierung Ihrer Weiterbildung nutzen können. Hier bietet sich zum Beispiel der Bildungsgutschein oder der AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) an.

 

Was ist eine Fortbildung? – Definition und Ziel

Der Begriff der Fortbildung ist im Berufsbildungsgesetz (§ 1 Absatz 4) geregelt. Demnach setzt die Fortbildung einen Berufsabschluss sowie einschlägige Berufserfahrung voraus. Ziel der Fortbildung ist, die „berufliche Handlungsfähigkeit“ im aktuellen Job zu sichern und anzupassen (Anpassungsfortbildung) oder zu erweitern (Aufstiegsfortbildung). Wenn Sie in Ihrer derzeitigen Anstellung beispielsweise neue Aufgaben übernehmen sollen oder im Unternehmen aufsteigen, ist die Fortbildung die geeignete Bildungsmaßnahme für Sie.

Fortbildungen werden von Berufsverbänden, Kammern und Fort- und Weiterbildungsträgern angeboten.

 

Beispiele für eine Fortbildung

Angenommen, Sie sollen in Ihrem Unternehmen von der Sachbearbeiterin zur Teamleiterin aufsteigen. Damit Sie Ihre neue Rolle als Führungskraft ausführen können, empfiehlt Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Fortbildung zum Thema Mitarbeiterführung. Man spricht hier von einer Aufstiegsfortbildung.

Ein anderes Beispiel für eine Fortbildung: Ein Lagermitarbeiter eines Logistikunternehmens soll zukünftig die komplette Lagerverwaltung übernehmen. Dazu zählt auch, die Waren in Empfang zu nehmen und in die Regale einzuräumen. Der Gabelstaplerführerschein wäre beispielsweise eine zielführende Fortbildung für den Lagermitarbeiter. Hierbei handelt es sich um eine Anpassungsfortbildung.

 

Finanzierung der Fortbildung

Die Kosten für die Fortbildung trägt in der Regel der Arbeitgeber, weil diese Bildungsmaßnahme innerbetrieblich initiiert bzw. vom Arbeitgeber selbst ausdrücklich erwünscht ist.

 

Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung

Um es am Ende noch einmal auf den Punkt zu bringen: Der wesentliche Unterschied zwischen den Begriffen Fort- und Weiterbildung liegt darin, dass die Fortbildung einer sehr konkreten Anforderung bezogen auf Ihren aktuellen Job dient, während die Weiterbildung sich nicht auf Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit beziehen muss.

Die Weiterbildung dient in erster Linie dazu, Ihr Qualifikationsprofil zu erweitern. In gewisser Weise ist sie also flexibler als die Fortbildung, da Sie sie in jeder beruflichen Situation und Lebensphase durchführen können. Sie entscheiden selbst, worin Sie sich weiterbilden möchten. Auch ist die berufliche Weiterbildung in der Regel umfangreicher und kann im Unterschied zur Fortbildung sogar einige Monate in Anspruch nehmen.

Hier zur Veranschaulichung eine Zusammenfassung zum Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung:

 

Die Umschulung – zurück auf „Los“

Vielleicht haben Sie bei der Suche nach dem Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung auch den Begriff „Umschulung“ aufgeschnappt und fragen sich nun: „Was ist denn nun hier wieder der Unterschied zur Fort- und Weiterbildung?“

Mit einer Umschulung fangen Sie beruflich noch einmal komplett neu an. Sie möchten sich beruflich neu orientieren und einer ganz anderen Tätigkeit nachgehen? Dann können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine vom Arbeitsamt geförderte Umschulung machen. Ein Beispiel: Bisher waren Sie Pflegerin in einem Altenheim. Aufgrund eines Unfalls können Sie den mit Ihrem Beruf einhergehenden körperlichen Belastungen jedoch nicht mehr standhalten. In dieser Situation eignet sich etwa eine Umschulung für einen Bürojob.

Im Rahmen einer Umschulung erwerben Sie nicht nur neue Qualifikationen, sondern auch einen neuen, anerkannten Berufsabschluss. Dieser muss gar nichts mit Ihrem bisherigen Beruf zu tun haben und hilft Ihnen, sich neu aufzustellen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag den Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung klargemacht haben. Können Sie nun besser einordnen, in welcher Situation Sie welche Bildungsmaßnahme wählen sollten? Wenn Sie hierzu eine individuelle Beratung möchten, wenden Sie sich gerne an unsere Karriereberatung. Ihre Ansprechpartnerinnen bei karriere tutor® stehen Ihnen hierfür an 7 Tagen die Woche zur Verfügung.

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