Diese sechs Fehler solltest du bei der Auswahl deiner Weiterbildung unbedingt vermeiden

Bist du auf der Suche nach einer beruflichen Weiterbildung, verlierst dich aber im Dschungel aus Möglichkeiten und Tipps? Das geht nicht nur dir so. Wir haben unsere Expertin für Karriereberatung, Christiane Höfer, nach den häufigsten Fehlern gefragt, die Arbeitnehmer und Arbeitssuchende bei der Auswahl ihrer Weiterbildung machen. Lies rein und erfahre, wie du diese Fehler vermeidest und wirklich deine ideale Maßnahme findest.

Die ideale Zeit für berufliche Weiterbildungen

Im Prinzip ist die Zeit für eine berufliche Weiterbildung immer richtig, denn nur, wenn du dich fort- bzw. weiterbildest, sicherst du langfristig deinen Platz am Arbeitsmarkt und bist in der Lage, dauerhaft beruflich erfolgreich zu sein. Trotzdem gibt es Zeitpunkte, die noch ein bisschen besser passen als andere. Dazu gehören:

  • Berufliche Auszeiten, z. B. Sabbaticals oder Erziehungszeiten
  • Bewerbungsphasen bzw. Phasen vor einem Jobwechsel
  • Übergangszeiten, z. B. zwischen zwei Anstellungen oder dem Wechsel in die Selbstständigkeit
  • Krisenzeiten, z. B. Phasen mit Kurzarbeit oder anderweitigen Einschränkungen


Wusstest du eigentlich…

Wusstest du eigentlich, dass es einen Unterschied zwischen Weiterbildung und Fortbildung gibt? Während die Fortbildung die Handlungsfähigkeit in einem bestehenden Job sichern soll, dient die Weiterbildung dazu, neue Jobperspektiven zu eröffnen. Mehr zum Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung liest du hier.


Sechs Tipps für deine ideale Weiterbildung

„Die wichtigste Voraussetzung, um eine passende berufliche Weiterbildung zu finden, ist erst einmal zu wissen, wo man beruflich steht und was man erreichen möchte“, erklärt Karriereberaterin Christiane Höfer. Den aktuellen Status quo zu definieren und genau festzulegen, wie deine Ziele aussehen, steht also an erster Stelle. Ist dies geschehen, darfst du auf folgende Dinge achten, um auch wirklich an diesem gewählten Ziel anzukommen.

1. Fehler: Die erstbeste Weiterbildung wählen

Gerade Menschen, die zeitnah mit ihrer Weiterbildung starten möchten, neigen zu diesem Fehler: Sie wählen die erstbeste Weiterbildung, die ihnen über den Weg läuft. Doch genau das ist fatal, denn der Vergleich lohnt sich definitiv. Ein Weiterbildungsvergleich bezieht sich immer auf diese beiden Säulen: die Weiterbildung selbst und den Weiterbildungsanbieter. Um die Weiterbildung einzuschätzen, lohnt sich ein Blick auf Erfahrungsberichte früherer Teilnehmer. Um die Anbieter voneinander unterscheiden zu können, kannst du z. B. überprüfen, ob sie eine AZAV-Zertifizierung haben und es Ansprechpartner für deine Fragen gibt.

Tipp der Expertin: „Vergleiche verschiedene Weiterbildungen sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf den Weiterbildungsanbieter miteinander. Gute Anlaufstellen sind hier die Kursbeschreibungen der verschiedenen Institute und Akademien, Vergleichsseiten wie fernstudiencheck.de oder, sofern bei einem Anbieter vorhanden, die professionelle Beratung durch einen geschulten Karriereberater.“

2. Fehler: Auf die regionale Suche beschränken

Je nachdem, wo du wohnst, kann das Angebot an Weiterbildungen umfangreich oder dürftig sein. Zumindest dann, wenn du dich auf die regionale Suche beschränkst. Ein Fehler, den viele Menschen machen, weil sie gar nicht auf die Idee kommen, dass auch überregionale Angebote für sie in Frage kommen könnten. Dabei sind beispielsweise Online-Weiterbildungen nicht ortsgebunden und können von überall absolviert werden.

Tipp der Expertin: „Gerade in Zeiten der Digitalisierung kann eine Online-Weiterbildung perfekt auf die heute gängigen Anforderungen an die digitale Kompetenz eines Mitarbeiters vorbereiten. Interessierte sollten diese Option deshalb unbedingt berücksichtigen und sich nicht nur auf Angebote vor Ort beschränken.“

3. Fehler: Nicht über aktuelle Anforderungen informieren

Eine Weiterbildung hat immer das Ziel, dich beruflich weiterzubringen und für Stellen oder Tätigkeiten zu qualifizieren, für die du bis dahin keine ausreichenden Qualifikationen hattest. Doch damit dies gelingt, ist es wichtig, die Anforderungen in deinem Bereich genau zu kennen und zu wissen: Welche Fähigkeiten muss ich mir aneignen, um in meinem Bereich schnell einen zukunftsfähigen Job zu finden? Viele Menschen achten zu wenig darauf, ob eine geplante Weiterbildung zu ihrem beruflichen Profil passt.

Tipp der Expertin: „Definiere deinen Ist-Zustand und deinen Soll-Zustand und wähle eine Weiterbildung aus, die die Lücke dazwischen füllen kann. Sieh dir dazu z. B. Stellenbeschreibungen an und achte auf Begrifflichkeiten, die dir noch unbekannt sind. Genau dort kannst du ansetzen und eine dazu passende Weiterbildung auswählen.“

4. Fehler: Fördermöglichkeiten außer Acht lassen

Gerade wenn die Zeit drängt und die berufliche Weiterbildung schnell begonnen werden soll, vergessen viele Menschen, sich über mögliche Förderungen zu informieren. Vielen ist es sogar gänzlich unbekannt, dass es finanzielle Unterstützung vom Staat und/oder vom Arbeitgeber gibt, die sie nutzen können.

Tipp der Expertin: „Verschaffe dir vorab einen Überblick über mögliche Förderungen der Weiterbildung. So gibt es Weiterbildungen, die das Arbeitsamt zahlt, z. B. indem es dir einen Bildungsgutschein bewilligt. Aber auch ein Gespräch mit dem Arbeitgeber kann sich lohnen. Wer gute Argumente hat, kann nämlich auch von seinem Chef eine Weiterbildungsförderung bekommen.


Wusstest du…

Wusstest du, dass ein einmal abgelehnter Antrag auf einen Bildungsgutschein noch kein K.-o.-Kriterium für eine Förderung ist? Du hast immer die Möglichkeit, einen Widerspruch einzulegen und doch noch zu einer Bewilligung zu kommen. Mehr zum Vorgehen bei abgelehntem Bildungsgutschein findest du hier.


5. Fehler: Keine Unterstützung holen

Das Angebot an Weiterbildungen ist unendlich groß und leicht kannst du da den Überblick verlieren. Viele Menschen versuchen, sich allein durchzuschlagen, und vergleichen wochenlang auf eigene Faust, suchen nach passenden Angeboten für ihre Situation und recherchieren endlos nach Erfahrungsberichten. All das ist in gewissem Maße sinnvoll, solange es dich weiterbringt. Wenn du jedoch feststellst, dass du mit jeder weiteren Recherche mehr Verwirrung als Klarheit bekommst, solltest du dir Unterstützung holen.

Tipp der Expertin: „Hol dir Rat vom Experten, entweder von einem Berater der Arbeitsagentur oder von Karriereberatern der Weiterbildungsanbieter selbst. Sie können dir helfen, den Dschungel aus Möglichkeiten zu lichten und die für dich passende Weiterbildung zu finden. Wichtig dabei ist, dass du einen aktuellen Lebenslauf mit deinen bisherigen Aufgabenschwerpunkten vorzeigen kannst. Nur so können die Experten dir wirklich individuell weiterhelfen und eine passende Empfehlung aussprechen.“

6. Fehler: Auf Weiterbildungen verzichten

Der sechste Fehler ist selbsterklärend, aber tatsächlich ein häufiges Hindernis. Gerade wenn das Angebot zu umfangreich und die Möglichkeiten zu vielfältig sind, gehen viele Menschen nicht den Schritt zur Beratung, sondern beenden die Suche nach einer Weiterbildung frustriert. Dieser Fehler ist nicht nur bedauerlich, sondern gefährdet langfristig auch die berufliche Sicherheit und Stabilität.

Tipp der Expertin: „Es ist heute wichtiger denn je, für den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Sei es dir deshalb wert und informiere dich wirklich regelmäßig über sinnvolle Weiterbildungen, die zu dir und deinem beruflichen Profil passen.“

Weiterbildungen erfolgreich nutzen

Jede Weiterbildung, die strategisch ausgewählt wurde und zu dir und deinem Jobprofil passt, ist eine Sicherung deiner beruflichen Zukunft. Nimm dir deshalb die Zeit, um eine wirklich passende Maßnahme zu finden, die die Lücke zwischen deinem Status quo und deinem beruflichen Ziel schließt, zu dir und deinen Vorstellungen passt und von einem seriösen Anbieter durchgeführt wird. Wir hoffen, unsere sechs Tipps helfen dir dabei.

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