Und nach der Bundeswehr? BFD-Erfahrungen von Ex-Soldat Daniel Werner

BFD – Weiterbildung Soldaten bei karriere tutor®

Die Zeit beim Bund ist manchmal wie so eine Blase und das Berufsleben jenseits des Soldatendaseins ganz weit weg. Wenn dann aber die Zeit beim Bund endet, stehen viele doch unverhofft vor der Frage: „Was mache ich jetzt nach der Bundeswehr?“ Wir haben einen getroffen, der diese Frage schon für sich beantwortet hat und heute als erfolgreicher Unternehmer arbeitet. Lesen Sie das Interview mit Daniel Werner zum Übergang von Soldat zu Selbstständigem, den Tücken und Chancen des Berufsförderungsdienstes. und seinen persönlichen BFD-Erfahrungen.

Daniel Werner

karriere tutor®: Wie sind Sie zum Bund gekommen?
Daniel Werner: Ich wurde nach meiner Ausbildung zum Bürokaufmann ganz klassisch zum Grundwehrdienst eingezogen. Und blieb danach dann auf Empfehlung. Insgesamt waren es mehr als zehn Jahre, wobei ich nach und nach verlängert hatte und nicht von Anfang an plante, so lange zu bleiben.

karriere tutor®: Haben Sie zwischendurch daran gedacht, was nach der Bundeswehr kommen wird?
Daniel Werner: Bei mir war der Übergang nicht so abrupt, wie er bei vielen anderen Soldaten ist. Ich war bereits während meiner aktiven Zeit als Soldat nebenberuflich tätig und habe mir ein zweites Standbein aufgebaut. Während meines Auslandseinsatzes im Kosovo kam ich dann mehr zufällig mit dem Bereich Online-Marketing in Berührung. Das interessierte mich und kurz darauf gründete ich meine eigene Internetagentur in Würzburg.

karriere tutor®: Ein Soldat im Marketing klingt ungewöhnlich.
Daniel Werner: Ja, klar, das ist jetzt nicht die naheliegendste Verbindung, die einem einfällt. Aber das Thema hat mich einfach gepackt und ich wollte hier einsteigen. Sowieso galt mein Interesse von Beginn an immer auch der Zeit nach der Bundeswehr. Deshalb setzte ich mich auch schon im zweiten Dienstjahr in die Abendschule und machte meinen Wirtschaftsfachwirt IHK. Die Kosten übernahm damals der Berufsförderungsdienst. Meine ersten persönlichen BFD-Erfahrungen waren also sehr positiv.

karriere tutor®: Sie hatten dann später nochmals Kontakt mit dem Berufsförderungsdienst, richtig?
Daniel Werner: Genau. Als das Thema Online-Marketing für mich immer größer und meine Agentur erfolgreicher wurde, kamen die Gedanken an die Zeit nach der Bundeswehr immer öfter auf. Ich wusste, dass ich nicht für immer Soldat bleiben wollte, und hatte meine Nische gefunden. Das Online-Marketing packte mich einfach und ich wollte hier besser werden.

Soldat-Business-Man

„Jeder Soldat kann den Berufsförderungsdienst für sich nutzen.“

karriere tutor®: Wie kamen Sie dann zur Förderung des Berufsförderungsdienstes?
Daniel Werner: Eigentlich kennt jeder Soldat den BFD vom ersten Tag an. In jeder Kaserne gibt es diesen Dienst und jeder hat Chancen auf diese Förderung. Wichtig ist nur, dass man selbst auch weiß, wohin man möchte und dann gezielt nach Fördermöglichkeiten fragt. Von alleine angeboten wird hier eher weniger etwas, das ist vielleicht das größte Missverständnis rund um den Berufsförderungsdienst.

karriere tutor®: Was bedeutete berufliche Weiterbildung als Soldat für Sie?
Daniel Werner: Am Anfang ging es mir vor allem darum, etwas in der Hand zu haben. Anerkannte Zertifikate zeigen potenziellen Kunden einfach, dass man was kann und sein Geschäft versteht. Und dass man es nicht nur von sich behauptet, wie es am Ende jeder tun kann. Natürlich geht es immer auch um neues Wissen, das einem jede Weiterbildung bringt.

karriere tutor®: Welche Maßnahmen hat der Berufsförderungsdienst Ihnen damals ermöglicht?
Daniel Werner: Eine ganze Menge BFD-Maßnahmen konnte ich in Anspruch nehmen. Es gibt verschiedene Töpfe, aus denen Gelder beansprucht werden können. Die Fördersumme ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre. Mir stand am Ende ein Budget von rund 22.000 € zur Verfügung, das ich voll ausgeschöpft habe. Ich investierte in eine wichtige Fortbildung im Suchmaschinenmarketing, bildete mich zum Social Media Manager sowie E-Commerce Manager (IHK) weiter und nahm an zahlreichen Fortbildungen in Berlin und München teil. Das alles innerhalb von etwa 1,5 Jahren.

karriere tutor®: Wie haben Sie die Fortbildungen mit Ihrem Dienst vereinen können?
Daniel Werner: Hier kann ich meine positiven BFD-Erfahrungen noch ergänzen. Denn glücklicherweise besteht beim Berufsförderungsdienst die Möglichkeit, sich für die berufliche Weiterbildung freistellen zu lassen. Der Bund zahlt dann für die Zeit der Vollzeit-Weiterbildung einen Großteil der Besoldung zur Deckung des Lebensunterhaltes weiter. So hatte ich genug Spielraum, sowohl zeitlich als auch finanziell, mich optimal weiterzubilden. Und zwar genau in die Richtung, in die ich nach der Bundeswehrzeit gehen wollte.

karriere tutor®: Wie gelang Ihnen dann der Übergang vom Bund zur Selbstständigkeit?
Daniel Werner: Nachdem meine Weiterbildung abgeschlossen und das Budget des Berufsförderungsdienstes ausgeschöpft war, reichte ich im März 2014 meinen Antrag auf Dienstzeitverkürzung ein. Ab April 2014 war ich dann mit meiner Internetagentur selbstständiger Unternehmer in Vollzeit.

„Nach meinen guten BFD-Erfahrungen kam der berufliche Erfolg!“

karriere tutor®: Wie hat sich Ihr Unternehmen seitdem entwickelt?
Daniel Werner: Ausgezeichnet! Die Agentur ist seitdem gewachsen. Heute habe ich sieben Angestellte und erwirtschafte einen sechsstelligen Jahresumsatz. Wir betreiben dabei nicht nur die Agentur selbst, sondern auch 42 regionale Jobportale und einige eigene Projekte. Ab September 2017 bilden wir erstmals auch selbst aus.

karriere tutor®: Das klingt sehr erfolgreich. Haben Sie denn einen Rat für Soldaten, die sich derzeit Gedanken um Ihre Zeit nach der Bundeswehr machen?
Daniel Werner: Meine positiven BFD-Erfahrungen kann jeder auch selbst machen. Und jeder sollte die Chance nutzen, die der BFD ihm bietet. Alle Soldaten haben die Möglichkeit ihren eigenen Weg zu gehen und ihre persönliche Spezialisierung zu bekommen. Nur muss auch jeder selbst aktiv werden und nicht darauf warten, dass der Erfolg einfach vom Himmel fällt. Geförderte Weiterbildungen, wie Sie der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr ermöglicht, sind hierfür das Mittel der Wahl.

karriere tutor®: Vielen Dank für das nette Gespräch!

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