Selbstreflexion – Wer bin ich und wo will ich hin?

frau-reflektiert-mit-stift-in-der-hand

Wer bin ich? Was habe ich eigentlich erreicht in meinem Leben? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich viele Menschen häufig zum Jahreswechsel oder wenn sie vor einer größeren beruflichen oder persönlichen Veränderung stehen. Was sonst im stressigen Alltag viel zu kurz kommt, dafür nehmen wir uns dann endlich mal die Zeit: Selbstfindung und Selbsterkenntnis. Dabei lohnt es sich, nicht nur zurückzublicken und den Status quo zu erfassen, sondern vor allen Dingen in die Zukunft zu schauen und sich zu fragen: „Wo will ich hin?“. Zum Beispiel mit den drei Fragen in diesem Artikel.

Rückblick und Prognosen

Der Anfang der Selbstreflexion ist meist das Schwerste. Es beginnt schon damit, dass wir überhaupt erst einmal die Ruhe dafür finden müssen, um zu reflektieren:

  • Was habe ich eigentlich erreicht?
  • Wohin möchte ich mich zukünftig noch entwickeln?
  • Wer bin ich und was macht mich glücklich?

Wenn wir wissen, was uns im Leben Glück beschert, und wenn wir unsere Bedürfnisse kennen, können wir den ersten Schritt in die richtige Richtung machen.

Stellen Sie jetzt die Weichen für mehr Zufriedenheit im Leben, überprüfen Sie Ihre bisherige Marschroute und schmieden Sie Pläne für die Zukunft.

Drei Fragen der Selbsterkenntnis

Wir haben drei Fragen für Sie, mit denen Sie sich, Ihre Persönlichkeit und Werte besser kennenlernen und stärken können. Ihre innere Klarheit wird Ihnen helfen, Entscheidungen leichter treffen zu können. Nehmen Sie sich deshalb nun Zettel und Stift zur Hand und suchen Sie nach den für Sie stimmigen Antworten.

  1. Was ist mir als Mensch wichtig?

Die Frage, ob Sie im Leben glücklich sind und die Richtung einschlagen, die Sie zutiefst erfüllt, hängt eng mit Ihren persönlichen Werten zusammen. Denn auf die Frage „Wer bin ich?“ antworten Sie in der Regel eher mit einem „Wie bin ich?“. Sind Sie ein Mensch, der viel Wert auf Ehrlichkeit legt? Ist Ihnen Abenteuerlust wichtig? Geht es in Ihrem Leben um Selbstbestimmung oder eher um Verbundenheit mit Menschen in Ihrem Umfeld? Fragen Sie sich, welche fünf Werte die wichtigsten in Ihrem Leben sind, und notieren Sie diese.

Werteübersicht

  1. Was kann ich, wo liegen meine Stärken und worin möchte ich mich noch verbessern?

Das „Wer bin ich?“ ist eng mit unseren persönlichen Stärken und den durch unsere Tätigkeiten erworbenen Kompetenzen verbunden. Ermitteln Sie Ihre jeweils drei bis vier herausragendsten Stärken und Kompetenzen, indem Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Was zeichnet mich als Mensch aus?
  • Was schätzen mein Partner und meine Freunde an mir? (Fragen Sie diese am besten selbst.)
  • Welches Wissen und welche Fähigkeiten habe ich durch bestimmte Tätigkeiten erworben? (Denken Sie an berufliche Aufgaben oder an Dinge, die Sie in der Freizeit tun, wie Sport oder ehrenamtliches Engagement.)

Reflektieren Sie sowohl Ihren eigenen beruflichen Weg als auch Ihren privaten Alltag. Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie tun, oder möchten Sie etwas verändern? Gibt es eine Erfahrung, die Sie noch machen möchten, eine Weiterbildung, die Sie sich wünschen? Schreiben Sie all das auf.

  1. Was gibt mir Kraft und Energie?

Haben Sie Ihre wichtigsten Werte, Stärken und Kompetenzen herausgefunden, gehen Sie noch einen Schritt weiter und fragen Sie sich, was Ihnen im Alltag Energie gibt und was Ihnen Energie nimmt. Das Wissen um Ihre persönlichen Kraftquellen und auch Energieräuber hilft Ihnen dabei, Hürden, die sich Ihnen in den Weg stellen, leichter zu überwinden.

  • Gibt es Ihnen Energie, wenn Sie sich regelmäßig Auszeiten gönnen?
  • Rauben Ihnen lange Fahrtwege zur Arbeit viel Energie?

Schreiben Sie auf, welche Dinge, Menschen und Situationen Ihnen Energie geben und welche Sie Kraft kosten.

Wer will ich noch hin?

Kritische Selbstreflexion zwischen den Jahren 2

Mithilfe dieser drei Fragen zur Selbstreflexion haben Sie viel über sich erfahren. Ihre Werte, Ihre Kraftquellen, Ihre Wünsche zu Ihrer beruflichen Situation und auch Stärken und Kompetenzen. Diese drei Fragen dienen aber nicht nur der Selbsterkenntnis und Selbstfindung, sondern auch der Planung für die Zukunft. Wer sind Sie aktuell und wo möchten Sie noch hin?

Denn seien wir doch einmal ganz ehrlich: Die kritische Auseinandersetzung mit uns selbst dient vor allem dazu, besser zu werden und zu wachsen. Wir wollen an uns arbeiten, unsere Laster ab- und unsere Stärken ausbauen. Aber wie das mit den guten Vorsätzen immer so ist: Kaum hat der Alltag uns wieder um den Finger gewickelt, ist es auch schon dahin mit ihnen. Also lautet nach der Selbsterkenntnis die entscheidende Frage:

Wie kann ich meine guten Vorsätze wirklich umsetzen?

Damit Ihre guten Vorsätze nicht nur lose Vorhaben bleiben, haben wir vier Tipps für Sie, die Ihnen dabei helfen werden, Ihre Vorsätze auch umzusetzen:

  1. Positiv formulieren

Unser Gehirn arbeitet sehr stark mit Bildern. Und unsere Gedanken formen diese Bilder. Genau deshalb ist es so wichtig, dass Sie bereits bei der Formulierung Ihrer Vorhaben auf Ihre Wortwahl achten. Konkret: Es macht einen enormen Unterschied, ob Sie ein Ziel positiv oder negativ formulieren.

Sagen Sie also statt „Ich will zukünftig nicht mehr ständig gestresst sein“ lieber „Ich bleibe entspannt und plane meine Termine mit ausreichend Zeitpuffern ein.“ Die positive Formulierung lässt ein positives Bild entstehen. Je öfter Sie dieses positive Bild vor Augen haben, umso wahrscheinlicher ist es, dass es tatsächlich zur Realität wird. Am besten ist es, wenn Sie nicht nur laut sagen, was Sie vorhaben, woran Sie konkret arbeiten wollen, sondern dies auch aufschreiben und sichtbar in Ihrer Wohnung platzieren.

  1. Konkrete Ziele formulieren

Hinterfragen Sie, ob Sie auf dem für Sie richtigen Weg sind oder ob es sich lohnt, die Route zu verändern. Und was müssen Sie konkret tun, um Ihre Ziele zu erreichen? Bei der Umsetzung hilft es, wenn Sie Ihre Ziele nicht nur positiv, sondern auch möglichst konkret formulieren. Verwenden Sie dafür am besten die SMART-Formel.

  1. Belohnungen setzen

Wenn Sie ein Ziel haben, laden Sie dieses möglichst positiv auf. Zum einen hilft die positive Formulierung aus Tipp 1, zum anderen eine Belohnung, die Sie sich selbst versprechen. Denn Belohnungen fördern gewünschtes Verhalten und sorgen dafür, dass wir unsere Ziele mit mehr Ausdauer verfolgen.

  1. Unterstützung holen

Sie müssen nicht alles allein machen. Oftmals ist es einfacher, wenn Sie Ziele gemeinsam mit anderen umsetzen, denn dann erhöhen Sie Ihre eigene Verbindlichkeit. Möchten Sie regelmäßig joggen gehen? Schließen Sie sich einer Gruppe an. Möchten Sie sich beruflich weiterentwickeln? Besuchen Sie eine geeignete Veranstaltung oder eine Weiterbildung, die Sie zu Ihrem Ziel bringt. Auch ein Coaching kann Ihnen helfen, fokussiert an Ihren Plänen zu arbeiten und diese nicht aus den Augen zu verlieren.

Den richtigen Weg finden

Was auch immer Sie mit Hilfe Ihrer Selbstreflexion über sich selbst herausgefunden haben: Wichtig ist, dass es Ihnen mehr Klarheit im Hinblick auf die Fragen „Wer bin ich?“ und „Wo will ich hin?“ verschafft hat. Wobei Sie bedenken sollten, dass die Selbstfindung ein lebenslanger Prozess sein kann. Die oben genannten Fragen werden Sie sich daher nicht unbedingt alle aus dem Stegreif beantworten können.

Die persönliche Weiterentwicklung braucht immer ihre Zeit. Dass Sie auf dem richtigen Weg sind, wissen Sie, wenn Sie Ihre Antworten auf die oben genannten Fragen klar vor Augen haben.

DAS BESTE VOM BLOG PER NEWSLETTER ERHALTEN

Über karriere tutor® 186 Artikel
karriere tutor® möchte Menschen an jedem Arbeitsplatz der Welt beruflich erfolgreich und glücklich machen. Ein Team aus hervorragend geschulten Dozenten und Tutoren, Karriereberatern und Experten für berufliche Weiterbildung berät und begleitet seine Kunden ganzheitlich auf dem Weg zur beruflichen Erfüllung.