5-Schritte-Anleitung für mehr Gelassenheit in der Krise

Coronavirus

Wir alle erleben sie derzeit: turbulente Zeiten inmitten der Corona-Krise. Doch wenn es in der Welt hoch hergeht, ist es umso wichtiger, dass jeder Einzelne nicht in Panik verfällt, sondern besonnen und gelassen bleibt. Die folgenden fünf Tipps helfen Ihnen dabei, gelassener zu bleiben, wenn der Stress durch die starken Alltagseinschränkungen und die Ungewissheit der Lage überhandnimmt.

 

Warum Stress uns so belastet

Die Corona-Krise ist eine absolute Ausnahmesituation: Sorgen um die eigene Gesundheit und die der Lieben, Ungewissheit, wie es im Job weitergeht, Kinder, die nun zu Hause betreut werden müssen – all das verursacht im Körper Stress. Und dauerhafter Stress ist nicht nur ein wenig unangenehm, sondern eine ernstzunehmende Situation, die gesundheitliche Folgen haben kann, z. B.

  • Schlafstörungen,
  • Verspannungen,
  • Magen-Darm-Probleme,
  • Bluthochdruck,
  • Tinnitus,
  • Burnout oder
  • Depressionen.

Umso wichtiger also, dass Sie wissen, wie Sie in dieser besonderen Situation mit Stress umgehen können. Eine wesentliche Rolle spielt dabei Gelassenheit. Leicht gesagt, denn natürlich ist die Lage enorm herausfordernd. Doch wer neben der Einhaltung der geforderten Maßnahmen der Regierung selbst einige Dinge verinnerlicht, kann auch während der Krise zumindest etwas gelassener bleiben.

 

Top-5-Tipps für mehr Gelassenheit

Was also können Sie tun, um weniger Stress aufzubauen und stattdessen gelassener durch diese Zeit zu kommen?

 

1. Schritt: Stressor identifizieren

Im ersten Schritt ist es wichtig, dass Sie erkennen, was genau Ihnen Stress bringt. Denn nicht jeder empfindet jede Situation als gleich stressig: Gibt es bestimmte Situationen, die Sie derzeit besonders stressen? Die Umstellung auf neue Arbeitsbedingungen? Die starken Auswirkungen der Krise auf das Arbeitsklima? Die Doppelbelastung aus Home-Office und Kinderbetreuung? Oder die Einschränkungen im Alltag? Möglicherweise sind Sie wenig gelassen, weil Sie nun sehr viel mehr Dinge gleichzeitig tun müssen oder weil Sie Angst um Ihre Liebsten haben. Wenn Sie Ihre Stressoren identifizieren, können Sie gezielt gegensteuern und mehr Gelassenheit in die jeweilige Situation bringen.

Tipp: Bleiben Sie wirklich bei Ihrer Perspektive. Fragen Sie sich ganz konkret: „Was stresst mich?“ Wenn Sie statt auf das große Ganze eher auf Ihre eigene persönliche Empfindung schauen, gelingt es Ihnen leichter, Ihre persönlichen Stressoren zu identifizieren. Schreiben Sie die gefundenen Stressoren auf.

 

2. Schritt: Situation annehmen

Ist der Stressor gefunden, steigt möglicherweise ein Gefühl der Wut oder Sorge in Ihnen auf. Tatsächlich ist es herausfordernd zu hinterfragen, welche Situationen eben nicht so bleiben können, wie sie sind. Doch es ist wichtig, diese einmal zu erkennen und klar vor Augen zu haben. Bei diesem Schritt geht es nicht um eine Bewertung, also nicht darum, die Schuldfrage aufzuwerfen. Auch nicht darum, sich und die eigene Leistungsfähigkeit infrage zu stellen.

Tipp: Nehmen Sie die Situation, wie sie ist, erst einmal an und bewerten Sie sie nicht. Legen Sie in der Krise auch nicht jedes Wort Ihres Vorgesetzten, Ihrer Kollegen oder Ihrer Mitmenschen auf die Goldwaage. Auch das macht Gelassenheit aus.

 

3. Schritt: Eigene Motive klären

Nun wissen Sie, was Sie in Ihrer derzeitigen Situation inmitten des Corona-Chaos als belastend empfinden. Doch es gibt einen Grund, warum Sie unabhängig von dieser Lage genau so handeln, wie Sie handeln. Und in diesen Motiven liegt die Chance, mehr Gelassenheit statt Stress in Ihren derzeitigen Alltag zu bringen. Auch wenn es gerade drunter und drüber geht.

Versuchen Sie deshalb, Ihre Motive, Ihre Antriebe und Ihre Gründe für das, was Sie tun, herauszufiltern. Fragen Sie sich:

  • Warum habe ich mich für diese Arbeit entschieden?
  • Warum ist mir meine Familie wichtig?
  • Warum ist es schön, meine Kinder um mich zu haben?
  • Warum ist es in der aktuellen Krisensituation sinnvoll, sich einzuschränken?
  • Was brauche ich, um in meiner derzeitigen Situation gelassen und zufrieden zu sein?

Tipp: Schreiben Sie auch diese Dinge auf und geben Sie ihnen dadurch mehr Raum. Die eigenen Motive zu kennen und intensiv wahrzunehmen, erleichtert es Ihnen im nächsten Schritt, notwendige Veränderungen anzugehen.

 

4. Schritt: Reflektieren

Sie haben nun aufgeschrieben, welche Dinge, Situationen oder Menschen Ihnen Stress bringen. Außerdem kennen Sie Ihre eigenen Antriebe und Motive und wissen mehr darüber, warum Sie eigentlich tun, was Sie tun. Beide Seiten sind wie zwei Puzzleteile, die Sie nun zusammenstecken und dadurch ein Gesamtbild erhalten. Betrachten Sie, an welcher Stelle Ihre persönlichen Motive und Ihre Bedürfnisse nicht zum Status quo passen.

Haben Sie beispielsweise notiert, dass Sie die Doppelbelastung aus Betreuung und Home-Office stresst, und auf der anderen Seite, dass Sie Ruhe und Zeit für sich brauchen, ist dies eine Stelle, an der Sie möglicherweise etwas verändern können.

Fragen Sie sich ganz konkret:

Was muss passieren, um diese Situation für mich angenehmer zu machen?

Vielleicht gibt es die Möglichkeit, sich die Betreuung mit dem Partner zu teilen, sodass beide Zeit zum Arbeiten finden, oder die Arbeitsphasen in den frühen Morgen oder in den Abend zu legen, wenn die Kinder schlafen? Und vielleicht können Sie Zeiten festlegen, in denen Sie sich bewusst zurückziehen und etwas nur für sich tun?

Tipp: Bleiben Sie ganz bei sich. Lassen Sie Zweifel und Bedenken, ob eine Lösung überhaupt realisierbar ist, zunächst außen vor. Es geht darum, Ihnen mehr Gelassenheit im Job während der Krise zu bringen, und erst im Anschluss um die mögliche Umsetzung.

 

5. Schritt: Veränderungen anstoßen

Im letzten Schritt auf dem Weg zu mehr Gelassenheit während der Krise betrachten Sie nun wieder die Gesamtsituation. Denn natürlich ist es wichtig, dass Ihre in Schritt 4 gefundenen Veränderungsmöglichkeiten auch in der Praxis funktionieren.

Gehen Sie ins Gespräch. Besprechen Sie mit Kollegen, Ihrem Chef oder Ihrem Partner, wie es Ihnen geht und was Sie brauchen, um gelassener und damit auch zufriedener zu sein. Ein Umstand, an dem gerade Ihr Arbeitgeber größtes Interesse haben dürfte. Verlangt doch gerade die Krise ein starkes Team sowie besonnenes Handeln jedes Einzelnen.

Tipp: Betrachten Sie dies nicht als übertriebene Forderung Ihrerseits. Ein solches Gespräch wird auch für Ihr Gegenüber sehr relevant sein – gerade in der Corona-Krise. Ob es um andere Arbeitszeiten oder neue Formen der Zusammenarbeit geht: Alles, was Ihnen Gelassenheit und Entlastung bringt, erhöht auch Ihre Leistungsfähigkeit für das Unternehmen.

 

Gelassenheit heute umsetzen

Auch wenn diese Zeiten ganz besonders herausfordernde sind, gibt es gewiss Möglichkeiten, mehr Gelassenheit in Ihre Situation zu bringen. Beginnen Sie damit, den Status quo zu hinterfragen, und suchen Sie nach Bedingungen, unter denen Sie trotz allem gut arbeiten und leben können.

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