All diese Belastungsfaktoren bedeuten Stress für Körper und Geist. Doch was ist Stress eigentlich genau? Heutzutage hat jede und jeder irgendeine Art von Stress, egal ob Mitarbeitende, Führungskräfte, Eltern oder Kinder. Dabei sind die Formen von Stress so vielfältig wie die Menschen selbst: Es gibt Arbeitsstress, Familienstress, Beziehungsstress, Schulstress, Freizeitstress und vieles mehr. Nicht alles davon empfindet jeder gleichermaßen als stressig, denn das Stressempfinden ist von Person zu Person unterschiedlich.
Insgesamt handelt es sich hierbei um eine psychische und physische Anpassungsreaktion auf Belastungen und Reize, seien es äußere oder innere. Was viele häufig vergessen: Stress ist evolutionsbedingt eine lebensnotwendige Anpassungsreaktion unseres Körpers. Er hilft uns, in akuten Gefahrensituationen, beispielsweise bei einem körperlichen Angriff, schnell und effektiv zu reagieren. Für maximale Überlebenschancen werden dann kurzfristig die beiden Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, die Herzfrequenz und Atmung erhöht, die Muskeln besser durchblutet und das Schmerzempfinden gesenkt. In konkreten Gefahrensituationen ist Stress also wichtig und überlebensnotwendig.
Problematisch wird es, wenn wir dauerhaft Stress, also chronischen Stress, empfinden. Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel kann sich negativ auf das Gehirn, das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel, das Immunsystem und die physische und psychische Regeneration auswirken, was langfristig nicht nur ein Auslöser für Burnout, sondern auch für andere Krankheiten sein kann. Allgemein wird zwischen drei Arten von Stress unterschieden.
Physischer Stress
Physischer Stress bezeichnet eine körperliche Belastung, die zu einer Überforderung des Organismus führt. Beispiele hierfür sind Verletzungen, Krankheiten, körperliche Traumata (z. B. durch einen Unfall), Schlafmangel, übermäßige körperliche Aktivität, Hitze, Kälte oder Lärm. Bei dieser Art der Überforderung sind körperliche Symptome von Stress wie Muskelverspannungen, eine erhöhte Herzfrequenz, Erschöpfung und Immunschwäche eine häufige Auswirkung.
Emotionaler Stress
Emotionaler Stress wirkt sich direkt auf die Psyche und das seelische Wohlbefinden aus. Typische psychische Stressoren sind beispielsweise finanzielle Probleme, Zeit- oder Leistungsdruck, Beziehungsprobleme, Liebeskummer, Angst, Trauer, Wut, Perfektionismus, Überforderung und Selbstzweifel. Psychische Erschöpfung bringt Symptome wie Reizbarkeit, Nervosität, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten mit sich und ist für Betroffene die Form von Stress, die am schwierigsten zu kontrollieren und zu ändern ist.
Chemischer Stress
Chemischer Stress bedeutet, dass der Körper durch externe Stoffe belastet und aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Beispiele hierfür sind eine falsche und ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker und Transfetten, Toxine wie Schwermetalle, Medikamente, Drogen, Alkohol, Allergene, Viren oder auch hormonelle Dysbalancen. Mögliche Auswirkungen sind Entzündungen, Stoffwechselstörungen, Zellschäden und eine erhöhte Cortisolproduktion.
Es ist möglich, dass alle drei Stressarten gleichzeitig auftreten und sich sogar gegenseitig verstärken. Chronischer Stress und Burnout stehen somit in direkter Verbindung zueinander. Es ist also sehr wichtig, Stress frühzeitig zu erkennen und die Stresssymptome des Körpers ernst zu nehmen.