Mobile Learning einführen? 3 Grundsatzfragen, die Sie sich vorab stellen sollten

Mobile-Learning

Neben anderen digitalen und flexiblen Lernformaten wie Erklärfilmen, Micro-Learning, Blended Learning und auch Webinaren wird dem Lernen in Unternehmen per mobilen Anwendungen eine immer größere Bedeutung beigemessen. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen drei grundsätzliche Fragen, die Sie für sich beantworten sollten, wenn Sie Mobile Learning in Ihrem Unternehmen einführen wollen.

 

Wann Mobile Learning Sinn macht und wann nicht

Mobile Learning – also das Lernen per App über ein mobiles Endgerät – ermöglicht es, spontan und ortsunabhängig zu lernen. Dies ist ein großer Vorteil, da so das berufsbegleitende Lernen erleichtert und die zur Verfügung stehende Lernzeit voll ausgeschöpft werden kann. Dass dies nicht nur für den Lernenden selbst, sondern auch für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter weiterbilden möchten, eine vielversprechende Perspektive ist, zeigt eine aktuelle Statista-Studie: 87 % der befragten Unternehmen gaben darin an, dass sie Mobile Learning in den nächsten Jahren eine zunehmende Bedeutung zuschreiben (Statista 2020, Bedeutung von E-Learning Anwendungen in Unternehmen 2019).

Doch so verlockend es auch ist, als einer der Ersten dem Trend zu folgen, sollten Sie sich als Personalentwickler zunächst folgende grundsätzliche Fragen stellen:

  1. Warum will ich eine Mobile-Learning-App einführen?

 Es kann für ein Unternehmen aus verschiedenen Gründen Sinn machen, Mobile Learning einzuführen. Die Antwort auf diese Frage sollte allerdings nicht lauten: „Weil Mobile Learning im Trend liegt und wir als Unternehmen jetzt einfach mitziehen müssen.“ Da die Einführung einer Lern-App Sie viel Geld kosten und unter Umständen wenig Nutzen bringen kann, sollten Sie sich ehrlich fragen, welches Ziel Sie damit verfolgen. Mobile Learning kann viele Funktionen haben: angefangen bei einer Art Guide, der Ihre Mitarbeiter per Checklisten durch stark reglementierte Arbeitsprozesse führt, bei denen eine Null-Fehler-Toleranz existiert – wie z. B. in der Luftfahrtbranche, über ein ergänzendes Lern-Tool im Rahmen eines umfassenden Blended-Learning-Konzepts bis hin zu einem dauerhaften Referenztool. Letzteres speichert einmal Gelerntes, ist dank Mobilgerät jederzeit direkt am Arbeitsplatz abrufbar und unterstützt die Arbeit der Mitarbeiter.

 

  1. Wie passt mobiles Lernen in unser übergeordnetes Lernkonzept?

Wenn Sie für Ihre Mitarbeiter ein übergeordnetes Lernkonzept entwickeln wollen, wie z. B. ein Blended-Learning-Modell, dann können Sie mobiles Lernen sehr gut in den informellen Lernbereich integrieren. Oder wollen Sie Mobile Learning durch Ihr vorhandenes computerbasiertes Training komplett ersetzen? Dann sollten Sie vorab gründlich prüfen, ob wirklich alle Lerninhalte über eine mobile Anwendung vermittelt werden können. Beachten Sie hierbei auch die besonderen Lernumstände beim „Learning to go“ und die Art und Weise, wie User mit einem Mobilgerät umgehen.

 

  1. Welche Lerninhalte sind für Mobile Learning wirklich geeignet?

Mobile Learning ist von kurzen Lernintervallen und Unterbrechungen gekennzeichnet. Die entsprechenden Lerninhalte müssen daher darauf angepasst sein. Lerninhalte mit längeren Video-Vorlesungen und umfangreichen Textpassagen sind für das mobile Lernen zwischendurch eher ungeeignet. Außerdem ist die Konzentrationsfähigkeit geringer, wenn man gerade unterwegs ist oder wenn man jeden Moment damit rechnen müssen, im Wartezimmer aufgerufen zu werden. Ebenso ist Mobile Learning für formale Abschlussprüfungen wenig geeignet. Hingegen können Sie in die App sehr gut Wissen integrieren, das Ihre Mitarbeiter „on the Job“ benötigen, so dass sie die Anwendung als Arbeitstool nutzen können. Hierfür eignen sich beispielsweise die mundgerechten „Lern-Nuggets“ – kleine Lernhäppchen, die schnell am Arbeitsplatz aufgenommen werden können.

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