Es gibt zahlreiche bewährte Methoden, mit denen du leichter auswendig lernen kannst. Sie können je nach Lerntyp variieren. Oft ist es hilfreich, verschiedene Techniken zu kombinieren und herauszufinden, welche für dich am besten funktionieren.
1. Chunking
Chunking ist eine Methode, um Informationen in kleinere, leichter verdauliche Teile zu zerlegen. Wenn du eine lange Liste von Wörtern oder Zahlen auswendig lernen möchtest, kannst du sie in kleinere Gruppen aufteilen, die leichter zu merken sind.
Zum Beispiel: Anstatt sich eine lange Zahl wie 1234567890 zu merken, teilt man sie in kleinere Gruppen wie 123-456-7890 auf.
2. Mnemotechniken
Mnemotechniken sind Gedächtnisstützen, die dir helfen, dir Informationen leichter zu merken. Diese Techniken nutzen oft Reime, Akronyme oder Bilder, um die Erinnerungen zu verstärken.
Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Merksatz für die Reihenfolge der Planeten in unserem Sonnensystem: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“
3. Wiederholung und Aktivierung mehrerer Sinne
Wiederholung ist eine der grundlegendsten Methoden, um etwas auswendig lernen zu können. Durch regelmäßiges Wiederholen wird der Lernstoff im Langzeitgedächtnis verankert. Dies kann durch einfaches stilles Lesen, lautes Lesen oder durch Aufschreiben der Informationen geschehen. Besonders empfehlenswert ist es, die Texte zunächst selbst aufzuschreiben und sie sich dann laut vorzulesen: schreiben, lesen, hören. Durch die gleichzeitige Aktivierung mehrerer Sinne werden die Informationen besser im Gedächtnis verankert.
4. Eselsbrücken bilden
Eselsbrücken und Merksätze sind kleine Hilfen oder Sätze, die dich dabei unterstützen können, dir komplexe Informationen zu merken – zum Beispiel, indem sie dein visuelles Gedächtnis durch ungewöhnliche Bilder oder Wortanfänge ansprechen.
Ein einfaches Beispiel aus Kindertagen, um sich die Reihenfolge der Himmelsrichtungen zu merken: Nie ohne Seife waschen.
Eselsbrücken kannst du dir auch selbst ausdenken. Es macht gar nichts, wenn sie nur für dich selbst nachvollziehbar und verständlich sind. Und Informationen, die mit Humor vermittelt werden, lassen sich besonders gut auswendig lernen.
5. Verbindung mit bereits bekannten Informationen
Verbinde neue Informationen mit bereits bekannten Fakten oder Erfahrungen. Diese Methode nennt sich „Vernetztes Lernen“. Das hilft dir dabei, die neuen Informationen im Zusammenhang zu verstehen und sie sich leichter zu merken.
Wenn du dir zum Beispiel den Namen einer neuen Person einprägen möchtest, verbinde sie oder ihn mit jemandem, den du bereits kennst und der oder die den gleichen Namen hat.
6. Visuelle Hilfsmittel: Kopfkino erzeugen
Gerade wenn du ein visueller Lerntyp bist, hilft dir bildhaftes Einprägen dabei, Neues schnell auswendig zu lernen. Dazu „bebilderst“ du dir das, was du lernen möchtest, in deinem Kopf und fügst die Bilder zu einer kleinen Geschichte zusammen. Dieses Kopfkino kann und darf auch ganz schräg sein, denn Humor und Außergewöhnliches helfen deinem Gedächtnis auf die Sprünge. Scheue dich nicht, die Bilder mit allen Sinnen auszuschmücken. Je klarer und lebendiger das Bild vor dir ist, desto besser kannst du es dir merken!
7. Spaced Repetition (Wiederholung in Abständen)
Spaced Repetition ist eine Methode, bei der die Wiederholung von Lerninhalten über einen längeren Zeitraum verteilt wird. Dies kann mithilfe von Flashcards oder speziellen Apps erfolgen. Die Intervalle sind so gewählt, dass du die Informationen genau dann wiederholst, wenn du sie fast vergessen hast. Ein bekanntes Beispiel für diese Lernmethode ist das Vokabellernen mit einem Karteikasten in der Schule.
8. Lernen in verschiedenen Kontexten
Das Lernen in verschiedenen Umgebungen und Kontexten kann die Gedächtnisleistung enorm verbessern. Versuche, die Informationen an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten auswendig zu lernen.
9. Regelmäßige Pausen und genügend Schlaf
Auch das Gehirn braucht mal eine Pause, um Informationen zu verarbeiten und zu speichern. Achte auf regelmäßige Pausen beim Lernen und ausreichend Schlaf, um das Gelernte zu festigen.
10. Verwendung von Musik oder Rhythmen
Manche Menschen finden es hilfreich, Informationen mit Musik oder Rhythmen zu verbinden. Das Summen oder Singen von Lerninhalten kann die Merkfähigkeit verbessern.