Als Zeit für meine Kinder zur Ausnahme wurde, musste sich was ändern – Thomas Kison erzählt seine Geschichte

Thomas Kison – meintribe

Das klassische Bild vom Mann als Ernährer, der ganz selbstverständlich tagsüber außer Haus ist und seine Familie kaum sieht, wandelt sich langsam. Zu langsam, wie es unser Absolvent Thomas Kison beschreibt. Er hat mit uns seine Geschichte geteilt und möchte stellvertretend für eine neue Vätergeneration stehen, die nicht nur arbeiten, sondern auch leben möchte.

 

Das Los der Führungskräfte

Thomas Kison war 12 Jahre in leitender Position beschäftigt und führte ein Team von mehr als 20 Mitarbeitern. Eine Arbeit, die ihm sehr viel Spaß machte und für die er einiges auf sich nahm. So pendelte er jede Woche 400 km von seinem Wohnort zur Arbeit und nahm in Kauf, seine Familie nur 1,5 Tage in der Woche zu sehen. „Ich machte meinen Job immer gerne und verstand auch, dass ich als Teamleitung greifbar, also vor Ort, sein musste“, berichtet Thomas Kison rückblickend. Von einer Führungskraft wurde erwartet, dass sie immer verfügbar war, dass sie mehr als 100 % gab und ausnahmslos immer vollen Einsatz leistete. Alle männlichen Kollegen in vergleichbarer Position erlebten das genauso – es war quasi ein ungeschriebenes Gesetz oder auch das Los einer Führungskraft.

 

„Das ungeschriebene Gesetz lautete: Als Führungskraft musst du immer da sein und hast zwangsläufig wenig Zeit für die Familie.“

 

Alles auf Anfang

Doch im Herbst 2016 änderte sich innerhalb von sechs Wochen alles schlagartig. Herr Kison erzählt uns, dass auf einmal alles aus den Fugen geriet. „Ich erlebte eine privat sehr turbulente Zeit. Mittenrein in diese Phase teilte mir die Geschäftsführung mit, dass meine Position abgebaut werden sollte. Das war ein herber Schlag für mich, weil ich bis dahin nahezu ausschließlich für meine Arbeit gelebt hatte und meine Familie nur am Wochenende sah.“ Und nach einer kurzen Pause ergänzt er: „Aber es war rückblickend genau richtig so. Ich war damals immer der Papa, der zu keiner Schulaufführung und zu keinem Elternabend gehen konnte. Es war normal, dass ich nicht greifbar war und alle familiären Dinge über meine damalige Frau organisiert wurden. „Das macht mit dir als Vater einfach etwas, auch wenn du weißt, dass es gerade nicht anders geht“, resümiert er. Er beschloss schließlich, alles auf Anfang zu setzen und seine Expertise so einzusetzen, dass nicht nur Raum zum Arbeiten, sondern auch Luft zum Atmen blieb.

 

„Meine Kündigung war rückblickend die beste Gelegenheit endlich für mehr Balance in meinem Leben zu sorgen.“

Thomas Kison: Neuorientierung im Online-Marketing

 

Neuorientierung im Online-Marketing

Weil er den großen Bedarf an Online-Marketing aus seiner Berufspraxis kannte, beschloss er sich hier noch intensiver fortzubilden. Ganze drei Weiterbildungen – im Online-Marketing, im Mobile Marketing und im E-Commerce – schloss er ab, zwei davon bei karriere tutor®. Im Laufe der Weiterbildung gefiel ihm vor allem die freie Zeiteinteilung der Lernetappen. Diese zeitliche Flexibilität reizte ihn, sodass er sie auch in seinem künftigen Job beibehalten wollte.

 

„Die Flexibilität war gigantisch. Genau das fehlte mir in meinem Leben völlig“, sagt er heute mit Blick auf seine Weiterbildungszeit. Der Wunsch sich selbstständig zu machen, kam auf. Nicht, weil er keine Anstellung mehr wolle, sondern weil er merkte, dass Unternehmen noch nicht so weit sind, Flexibilität und verantwortungsvolle Aufgaben miteinander zu vereinen. Thomas Kison beschreibt es heute so: „Viele Unternehmen wandeln sich und versuchen Vätern in Führungspositionen entgegenzukommen. Doch leider erlauben es die Strukturen noch nicht, das wirklich gut umzusetzen. Home-Office ist die Ausnahme, agile Organisation der Abläufe meist noch in den Kinderschuhen. Kurzum: Das Potenzial der Digitalisierung wird im Bereich der Mitarbeiter noch längst nicht ausgeschöpft.“ Das eingangs beschriebene Los der Führungskräfte wurde zwar wahrgenommen und von den meisten abgelehnt, aber mangels Alternativen dann doch akzeptiert. „Es ist nun mal so!“ war die wohl häufigste Reaktion aus Führungskreisen, die Thomas Kison schulterzuckend und resigniert entgegenschlug.

 

„Jeder männliche Kollege wollte es anders haben. Aber über den Status der Unzufriedenheit hinaus ging es dann doch nie.“

 

Zwar beobachte er klar einen Wertewandel und sehe die klassische Ernährerrolle des Vaters vor allem bei älteren Generationen repräsentiert. Aber für ihn und seine Kollegen gab es keine Lösung, sondern nur die Wahl zwischen: Entweder ein Job als Führungskraft oder ein Familienleben.

 

Start von kison-online-marKeTing

Nach seiner Kündigung arbeitete Thomas Kison auf Projektbasis und unterstützte verschiedene Unternehmen im Marketing. Gleichzeitig bildete er sich online weiter und legte so Stück für Stück den Grundstein für sein eigenes Verständnis von (Work-) Life-Balance. Im März 2018 machte er sich mit kison-online-MarKeTing komplett selbstständig. Heute lebt er das, was er sich über ein Jahrzehnt lang beruflich gewünscht hatte.

 

„Ich bin endlich als ganzer Mensch erfüllt und nicht nur als Führungskraft.“

23 Jahre Berufserfahrung im Bereich Fast Moving Consumer Goods (FMCG) und seine hervorragende Marketing-Expertise bringt Thomas Kison heute als selbstständiger Marketingberater für seine Kunden ein. Er lebt wieder nah bei der Familie und teilt sich seine Arbeitszeit flexibel ein. Endlich, so sagt er, sei er als ganzer Mensch erfüllt, als Mann und Vater, als Experte und Familienmensch. Er arbeitet vollständig im Home-Office, organisiert Besprechungen online und lebt New Work, wie er es für sich leben möchte.

 

Digitalisierung endlich nutzen

 

Digitalisierung endlich nutzen

Für deutsche Unternehmen wünscht er sich vor allem, dass sie die Chancen der digitalen Technologien nutzen und endlich neue Strukturen etablieren, die den Menschen mehr Raum zur Entfaltung geben. Er hält wenig davon „Stunden abzusitzen“, dafür aber umso mehr von „Vertrauen in die Mitarbeiter und Freiheit ihre Expertise im Home-Office einzubringen.“ Er selbst hat dies mit seiner Selbstständigkeit und Unternehmensgründung für sich ideal gelöst und ist heute dankbar für den erzwungenen Bruch, den seine Kündigung damals mit sich brachte.

 

Zum Ende unseres Gesprächs schließt er mit motivierenden Worten für alle Väter, die vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation stecken, wie er es tat. Er möchte ihnen eines mit auf den Weg geben: „Jeder hat heute die Möglichkeit sich sein Traum-Berufsleben zu erschaffen. Sich berufsbegleitend weiterbilden, ein Onlinebusiness gründen und so viele weitere Möglichkeiten stehen uns heute offen, dass ich nur jeden ermutigen kann, diese für sich zu nutzen.“

 

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