Die Social-Media-Welt ist bunt und vielfältig! Das Handy ist schnell gezückt, Insta mit einem Klick geöffnet und schon begegnen uns tanzende Paare, die in viralen Reels zu den neuesten Musiktrends die Hüften schwingen, heiße Sportwagen in grellen Farben, die den Asphalt zum Glühen bringen, oder süße Hundewelpen, die frech in die Kamera bellen und für etliche „Ohhh, ist der süß!“-Kommentare und Markierungen von Befreundeten sorgen.
Instagram, TikTok und Co. wecken in uns Wünsche und Emotionen. Und genau das sollen auch potenzielle Kundinnen und Kunden empfinden, wenn sie sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung entscheiden. Kein Wunder also, dass Marketer und generell Unternehmen diese Kanäle nutzen und besonders Influencerinnen und Influencer mit ihren Posts gute Geschäfte machen können. Doch wer sind eigentlich diese Menschen, die uns derart durch ihre Posts, Storys und Reels beeinflussen?
„Als Influencer (engl. to influence = beeinflussen, einwirken, prägen) werden Personen bezeichnet, die aus eigenem Antrieb Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) zu einem Themengebiet in hoher und regelmäßiger Frequenz veröffentlichen und damit eine soziale Interaktion initiieren. Dies erfolgt über internetbasierte Kommunikationskanäle wie Blogs und soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat oder Twitter. Influencerinnen und Influencer ragen aus der Masse der Social-Media-Nutzer heraus, da sie mit ihrer Tätigkeit hohe Reichweiten erzielen. Wenn solche Personen ausschließlich durch ihre digitale Präsenz Einfluss gewonnen haben, werden sie im engeren Sinn auch als Digital- oder Social-Media-Influencer bezeichnet.“ (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon)
Seit einiger Zeit gibt es auch sogenannte Brand Ambassadors. Ein Brand Ambassador ist eine Person, die eine Marke nach außen repräsentiert und ihr Image positiv verstärkt. Die Rolle des Brand Ambassadors zielt darauf ab, eine authentische Verbindung zur Marke zu vermitteln, in der die Botschafterin oder der Botschafter die Produkte überzeugend und glaubwürdig bewirbt. Die Zusammenarbeit kann sowohl online über Social Media als auch offline bei Events oder Promotionen stattfinden. Im Gegensatz zu Influencerinnen und Influencern, die eher kurzfristige Kooperationen eingehen, stehen Brand Ambassadors eher langfristig hinter einer bestimmten Marke und identifizieren sich mit ihr und ihren Werten.
Insgesamt lassen sich Influencerinnen und Influencer in fünf Größenordnungen einteilen:
Nano-Influencer (1.000 – 10.000 Follower): weniger bekannt, aber umso authentischer. Nano-Influencer punkten durch die Nähe zur Community und beeindrucken durch ebendiese Authentizität und den direkten Austausch in einer kleinen Zielgruppe. Sie gehören oftmals zur netten, inspirierenden Nachbarin, der Top-Mami von nebenan, die nachhaltige DIY-Tipps und Lifehacks teilt.
Micro-Influencer (10.000 – 50.000 Follower): zeichnen sich durch eine wachsende Reichweite aus, sind oft Expertinnen und Experten auf ihrem Gebiet und überzeugen durch gezielten Content und hohe Interaktionsraten. Ein Beispiel ist hier die Thermomix-Expertin Susi, die mit neuen Rezepten inspiriert und der Community das Leben erleichtert. Sie teilt leckere und einfach zubereitete Meal-Prep-Pläne und beantwortet somit die Frage gestresster Vollzeitmamas, was sie nur diese Woche kochen sollen.
Macro-Influencer (50.000 – 500.000 Follower): befinden sich an der Schnittstelle zwischen Nische und weitreichender Meinungsführerschaft und glänzen durch Professionalität in ihrer Branche. Der Fitness-Coach Ben teilt seine Home-Workout-Programme auf YouTube und zeigt auf, wie auch beschäftigte Menschen ihre Fitnessziele erreichen können. So muss abends nur die Sportmatte ausgerollt werden und der Summer-Body ist dank seiner Workouts in greifbarer Nähe.
Mega-Influencer (500.000 – 1.000.000 Follower): Ikonen und auch Urgesteine der Social-Media-Welt. Sie haben eine enorme Reichweite, setzen Trends und arbeiten oft mit großen Marken zusammen, bewahren sich aber ihre individuelle Note. So polarisieren hier die Fashion- und Lifestyle-Ikonen mit internationalen Kooperationen und vermitteln das Gefühl von Luxus und Konsum. Aber auch Fitness-Vorbilder wie Pamela Reif inspirieren Millionen Follower mit ihren Workouts. Diese Influencerinnen und Influencer sind bekannt wie klassische Promis wie Sängerinnen und Sänger oder Schauspielerinnen und Schauspieler und leben vielmehr von ihrem eigenen Business. Eigene Produkte wie Proteinriegel oder Energy-Drinks gehören in Supermärkten gerne zum Standardrepertoire. Diese Social-Media-Stars haben besonders starke Stimmen und betreuen auch oftmals eigene Podcasts und tragen sogar zu politischen Themen bei.
Virtual Influencer (1.000 – 10.000.000+ Follower): digitale Kunstfiguren, die in realistischen oder futuristischen Designs in den sozialen Medien auftreten. Hinter Virtual Influencern (auch CGI-Influencern genannt) verbergen sich also lediglich computergenerierte Figuren mit durchaus vielversprechendem Erfolgspotenzial für das Marketing. Sie interagieren aktiv mit ihrer Community, setzen Trends und sind voll steuerbar – ohne Skandale. Von aufstrebenden Micro-Persönlichkeiten bis hin zu weltbekannten Avataren wie Lil Miquela begeistern sie vor allem die Gen Z mit Fashion-, Lifestyle- oder Gaming-Content.
Celebrity (> 1.000.000 Follower): Celebrities sind nicht nur in der digitalen, sondern auch in der traditionellen Medienwelt bekannt und nutzen ihre große Anhängerschaft, um Botschaften zu verbreiten. Wirkten die Stars aus Hollywood vor einigen Jahren noch unnahbar und wie aus einer anderen Galaxie, so sitzt heute auch Lady Gaga auf dem Sofa, wenn sie ungeschminkt Geschichten erzählt und sich für den Erfolg ihres neuen Songs bedankt. Noch viel nahbarer wirken Prominente, die ihre Karriere in Hollywood mit dem Einfluss als Influencerin oder Influencer fusionieren. Ein starkes Beispiel sind hierbei die Kaulitz-Brüder aka Sänger und Gitarrist der Band Tokio Hotel. Dank Social Media und ihrem unfassbar erfolgreichen Podcast „Kaulitz Hills“ sind sie wieder in aller Munde. Das Teilen ihres Alltags, wodurch selbst das Leben der Ehefrau von Kaulitz-Bruder Tom, Heidi Klum, greifbarer scheint, hat der Karriere der Zwillinge einen enormen Aufschwung gegeben. Sie sind in zahlreichen TV-Shows zu sehen, werden von anderen Influencerinnen und Influencern eingeladen und haben sogar ihre eigene Show auf Netflix. Ein gutes Beispiel dafür, welche Macht Social Media haben kann.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass nicht nur die Anzahl der Follower zählt, sondern vor allem die Art und Weise, wie sie mit ihrer Community interagieren und welchen Mehrwert sie bieten. Authentizität und ein Gespür dafür, was die Zielgruppe anspricht, sind hier der entscheidende Soft Skill, um die Follower zu überzeugen.