Das Wichtigste in Kürze

  • Was gilt als gutes Gehalt? Ab etwa 4.300 € brutto im Monat liegst du in Deutschland bereits über dem Durchschnitt, ab rund 8.000 € gehörst du zu den echten Topverdienenden. Wie viel du tatsächlich verdienst, hängt vor allem von deinem Beruf, deiner Branche und deiner Erfahrung ab.
  • Welche Berufsgruppen werden 2026 am besten bezahlt? Die Medizin führt das Ranking klar an, vor Ingenieurwesen, technischer Entwicklung und IT. Auch Management, Einkauf und Vertrieb sowie Bildung schaffen es in die Top 10.
  • Welche Trendberufe gewinnen 2026 an Bedeutung? KI, Cybersecurity und Data Science zählen zu den gefragtesten Spezialisierungen. Ebenso gewinnt Cloud Engineering an Bedeutung, weil immer mehr Unternehmen ihre IT-Infrastruktur in die Cloud verlagern und Personal suchen, das diese Daten interpretieren kann.
  • Wie kannst du dein Gehalt aktiv verbessern? Weiterbildung, ein Branchenwechsel und die Bereitschaft, dein Wissen aktiv auf dem neuesten Stand zu halten, sind die wichtigsten Hebel. Auch ohne Jobwechsel kannst du dein Gehalt in einer gut vorbereiteten Gehaltsverhandlung Schritt für Schritt steigern.

Wer viel arbeitet, möchte dafür auch gut bezahlt werden. Die Frage ist nur, welche die bestbezahlten Berufe in 2026 sind und ob sich ein Wechsel in eines dieser Berufsfelder vielleicht sogar ohne Studium lohnt. In diesem Artikel zeigen wir dir die zehn Berufsgruppen mit dem höchsten Gehalt in Deutschland, ein paar Einzelfälle, die besonders herausstechen, und ganz konkrete Wege, wie du dein eigenes Gehalt verbessern kannst.

Was gilt eigentlich als gutes Gehalt?

Beim Thema Durchschnittsgehalt schwirren oft unterschiedliche Zahlen herum und das hat einen einfachen Grund. Jede Auswertung hat ihre eigene Stichprobe und Methodik. Laut dem aktuellen Stepstone-Gehaltsreport¹ liegt das mittlere Bruttogehalt in Deutschland bei 53.900 € im Jahr, der Durchschnittswert bei 59.100 €. Die Plattform kununu² kam für das Jahr 2025 auf ein Durchschnittseinkommen von 51.272 €, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,1 % bedeutet.

Liegt dein Gehalt aktuell über 4.300 € brutto im Monat, verdienst du in Deutschland bereits über dem Durchschnitt. Ab etwa 8.000 € brutto im Monat gehörst du zu den echten Topverdienenden. Wie viel du tatsächlich bekommst, hängt vor allem von deinem Beruf, deiner Branche, deiner Region und deiner Erfahrung ab.

Die Top 10 der bestbezahlten Berufsgruppen

Der Stepstone-Gehaltsreport 2026¹ wertet über 1,3 Millionen Gehaltsdaten aus und zeigt, welche Berufsgruppen aktuell am besten bezahlt werden. Hier die Top 10 im Überblick – danach gehen wir kurz auf jede einzelne ein.

Platz Berufsgruppe Bruttomediangehalt pro Jahr
1 Human- und Zahnmedizin 105.500 €
2 Ingenieurwesen 75.000 €
3 Technische Entwicklung und Konstruktion 72.250 €
4 Informationstechnologie (IT) 66.750 €
5 Unternehmensorganisation und Management 66.750 €
6 Einkauf, Vertrieb und Handel 60.500 €
7 Bildung 60.250 €
8 Finanzen und Rechnungswesen 59.250 €
9 Pflege, Rettung und Geburtshilfe 58.000 €
10 Recht und Verwaltung 57.500 €

Quelle: Stepstone-Gehaltsreport 2026¹

  1. Human- und Zahnmedizin: Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte führen das Ranking der bestbezahlten Berufe mit großem Abstand an. In der Medizin verdienst du im Durchschnitt 105.500 € brutto im Jahr, wofür du allerdings auch ein langes Studium, viel Verantwortung und oft lange Arbeitszeiten in Kauf nehmen musst. Übernimmst du zusätzlich Personalverantwortung, etwa als Oberärztin oder Oberarzt, verdienst du noch einmal deutlich mehr.
  2. Ingenieurwesen: Arbeitest du im Maschinenbau, in der Elektrotechnik oder im Bauwesen, verdienst du als Ingenieurin oder Ingenieur im Schnitt 75.000 € im Jahr. Mit über 25 Jahren Berufserfahrung steigt das Gehalt auf über 93.000 €. Der klassische Einstieg läuft meistens über ein Bachelor- oder Masterstudium.
  3. Technische Entwicklung und Konstruktion: In diesem Bereich arbeitest du zum Beispiel als Entwicklungsingenieurin oder Entwicklungsingenieur und verdienst durchschnittlich 72.250 € im Jahr, knapp hinter dem klassischen Ingenieurwesen. Weil Unternehmen ihre Produktion zunehmend automatisieren, wächst auch die Nachfrage nach Menschen, die diese Systeme entwickeln und am Laufen halten.
  4. Informationstechnologie (IT): Mit 66.750 € im Jahr gehört die IT-Branche weiterhin zu den bestbezahlten Bereichen, bei einer der größten Nachfragen am Arbeitsmarkt überhaupt. Besonders gefragt sind aktuell Rollen in der Softwareentwicklung, der Systemadministration und zunehmend auch im Bereich Künstliche Intelligenz. Die IT gehört zu den wenigen Feldern der Top 10 der bestbezahlten Jobs, in die du auch über eine Weiterbildung statt über ein Studium einsteigen kannst. Welcher Weg zu dir passt, hängt davon ab, wohin du willst. Interessieren dich Daten und Analysen, führt der Weg über Data Science oder eine Weiterbildung zur KI-Managerin oder zum KI-Manager. Möchtest du eher an der Schnittstelle zwischen Technik und Organisation arbeiten, passt die Digitalisierungsmanagerin bzw. der Digitalisierungsmanager. Und wenn du wirklich programmieren lernen möchtest, startest du mit Python, Java oder JavaScript.
  5. Unternehmensorganisation und Management: In der Bereichsleitung, im Projektmanagement oder im Product Ownership liegt das Gehalt bei 66.750 € im Jahr. Mit Personalverantwortung steigt es auf 69.750 €. Ohne Hochschulabschluss verdienst du hier sogar etwas mehr als mit Studium, was ein seltener Fall ist und zeigt, wie viel praktische Erfahrung und Weiterbildung in diesem Berufsfeld zählen. Der Weg führt hier meist über einige Jahre Berufserfahrung plus eine Weiterbildung. Kommst du aus der Sachbearbeitung oder Teamkoordination und willst Prozesse steuern, passt die Business-Operations-Managerin oder der Business Operations Manager. Geht es dir eher darum, Veränderungen im Unternehmen zu begleiten, kann die Change-Managerin oder der Change Manager die richtige Richtung sein. Reizt dich agile Produktarbeit, erwirbst du über die agilen Methoden der Geschäftsfeldentwicklung die Scrum-Master-Zertifizierung.
  6. Einkauf, Vertrieb und Handel: Die Spanne ist hier riesig, weil diese Berufsgruppe Positionen von der Sachbearbeitung bis zur Führungsposition bündelt und weil sie mit Einkauf, Vertrieb und Handel gleich drei Disziplinen abdeckt. Als Vertriebsleiterin oder Vertriebsleiter verdienst du im Schnitt 91.750 € im Jahr, als Sachbearbeiterin oder Sachbearbeiter im Einkauf dagegen nur etwa 47.500 €. In der gesamten Berufsgruppe liegt der Durchschnitt bei 60.500 € brutto im Jahr. Zwischen diesen Rollen ist einiges an Bewegung möglich und in welche Richtung du dich entwickelst, hängt davon ab, was dir liegt. Betreust du bereits Kundinnen und Kunden, kannst du dich über eine Weiterbildung im Key-Account-Management auf größere Accounts vorbereiten. Wenn dich eher die Frage reizt, wohin sich ein Vertriebsteam entwickeln soll, kann eine Weiterbildung im strategischen Vertriebsmanagement eine interessante Richtung sein. Arbeitest du lieber mit Zahlen als im direkten Kundenkontakt, kommt vielleicht eine Weiterbildung im Vertriebscontrolling für dich infrage.
  7. Bildung: Lehrerinnen und Lehrer sowie Dozentinnen und Dozenten kommen auf rund 60.250 € im Jahr. Im öffentlichen Dienst liegt der Schnitt bei 70.750 €, in der Freizeit- und Kulturbranche dagegen nur bei 44.000 €. Durch feste Tarifverträge bringt eine Stelle im öffentlichen Dienst neben dem höheren Gehalt oft auch mehr Sicherheit und klar geregelte Aufstiegsstufen mit sich. Der Weg ins Lehramt führt klassisch über Studium und Referendariat, aber wegen des Lehrkräftemangels gibt es inzwischen in mehreren Bundesländern Programme, über die du auch ohne Lehramtsstudium in den Beruf kommst. In der Erwachsenenbildung zählt dagegen oft die Fachexpertise selbst, sodass du dort mit Berufserfahrung und einer pädagogischen Zusatzqualifikation als Dozentin oder Dozent einsteigen kannst.
  8. Finanzen und Rechnungswesen: Als Controllerin oder Controller oder als Bilanzbuchhalterin oder Bilanzbuchhalter im Finanzwesen verdienst du durchschnittlich 59.250 € im Jahr. Bei einer Bank liegt das Gehalt mit 75.000 € deutlich darüber, bei klassischen Finanzdienstleistenden dagegen nur bei 55.000 €¹. Willst du ins Controlling oder in die Bilanzbuchhaltung, startest du meist in der Buchhaltung. Kaufmännische Grundkenntnisse reichen dafür als Basis. In der Weiterbildung zur Finanzbuchhalterin oder zum Finanzbuchhalter geht es um die laufende Buchführung, den Jahresabschluss und die Bilanzanalyse. Interessiert dich eher die Personalseite, lernst du in der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung Entgeltabrechnung, Sozialversicherung und Arbeitsrecht, dazu die Praxis mit DATEV und Lexware. Und wenn du schon in der Buchhaltung arbeitest und Richtung Controlling möchtest, kommen bei der Finanzcontrollerin oder beim Finanzcontroller Budgetierung, Kostenmanagement und Berichtswesen dazu.
  9. Pflege, Rettung und Geburtshilfe: Pflegekräfte, Rettungskräfte und Hebammen verdienen ca. 58.000 € im Jahr und der Bedarf wächst durch den Fachkräftemangel weiter. Wechselst du in die Pflegedienstleitung, kommst du sogar auf rund 70.000 €. Für die Pflege selbst brauchst du eine dreijährige Ausbildung. Wenn du erst einmal herausfinden möchtest, ob dir die Arbeit mit Menschen liegt, gibt es mit der Betreuungskraft nach § 43b SGB XI einen kürzeren Einstieg. Dort begleitest du pflegebedürftige Menschen im Alltag, gestaltest ihre Freizeit und förderst Bewegung, statt pflegerisch tätig zu sein. Das Gehalt liegt unter dem der examinierten Pflege, dafür startest du innerhalb weniger Wochen und kannst später immer noch eine Ausbildung anschließen.
  10. Recht und Verwaltung: Den Abschluss der Top 10 macht der Bereich Recht und Verwaltung mit einem Gehalt von ca. 57.500 € im Jahr. Die Spannweite ist hier besonders groß, denn während Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte deutlich über dem Schnitt liegen, kannst du als Notarfachangestellte oder Notarfachangestellter auch über eine klassische Ausbildung einsteigen. Im öffentlichen Dienst gilt für den Verwaltungsteil dieser Berufsgruppe der TVöD oder der TV-L, was dir feste Entgeltgruppen und Erfahrungsstufen bringt. Kommst du aus einem kaufmännischen Beruf, findest du hier häufig Anknüpfungspunkte, weil Sachbearbeitung, Aktenführung und Fristenkontrolle übertragbare Fähigkeiten sind.

Mit welchem Job verdienst du am meisten Geld?

Die Top 10 der bestbezahlten Berufe geben einen Überblick über ganze Berufsgruppen. Schaut man sich einzelne Jobtitel an, liegen einige davon deutlich über dem Gruppendurchschnitt²:

  • Wirtschaftsprüferin/Wirtschaftsprüfer: 97.462 € brutto im Jahr
  • Pilotin/Pilot: 96.919 € brutto im Jahr
  • Ärztin/Arzt: 93.738 € brutto im Jahr

Was diese drei Berufe verbindet, ist nicht nur das Gehalt, sondern auch die jahrelange intensive Ausbildung, hohe Verantwortung und Entscheidungen, von denen Gesundheit, Sicherheit oder die finanzielle Zukunft anderer Menschen abhängen. Diese drei Topverdienenden liegen damit sogar nahe am Durchschnitt der gesamten Human- und Zahnmedizin. Das zeigt, wie stark das Gehalt innerhalb einer Berufsgruppe schwanken kann.

Welche Branchen zahlen die besten Gehälter?

Neben deinem Beruf entscheidet vor allem die Branche über dein Gehalt und das kannst du aktiv für dich nutzen. Mit der gleichen Qualifikation verdienst du in einer Bank oft deutlich mehr als im Einzelhandel. Diese vier Branchen zahlen aktuell die höchsten Durchschnittseinkommen¹:

  • Bankwesen: 70.250 € brutto im Jahr
  • Luft- und Raumfahrt: 68.000 € brutto im Jahr
  • Versicherungen: 66.500 € brutto im Jahr
  • Pharmaindustrie: 66.250 € brutto im Jahr

Besonders dynamisch entwickelt sich aktuell die Energiebranche, denn die Energiewende treibt hier die Nachfrage nach Fachkräften an. Hier stiegen die Gehälter zuletzt um fast 7 %². Arbeitest du zum Beispiel als Controllerin oder Controller in einem Industrieunternehmen, kann sich der Wechsel in die gleiche Position bei einer Bank oder Versicherung lohnen, weil du dort mit deiner bestehenden Erfahrung mehr verdienst.

Wo werden die besten Gehälter gezahlt?

Wo du in Deutschland lebst und arbeitest, wirkt sich ebenfalls auf dein Gehalt aus. Das liegt auch an den Lebenshaltungskosten und daran, dass viele große, gut zahlende Unternehmen in bestimmten Regionen wie München oder dem Rhein-Main-Gebiet sitzen. Zwischen Ost- und Westdeutschland liegt eine Gehaltslücke von rund 13 %¹ und auch innerhalb der Bundesländer beträgt der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Durchschnittsgehalt rund 12.400 €²:

Bundesland Durchschnittsgehalt
Hessen 55.064 €
Hamburg 54.332 €
Baden-Württemberg 53.890 €
Sachsen 43.581 €
Mecklenburg-Vorpommern 42.660 €

Quelle: kununu-Gehaltscheck 2026²

Bayern selbst taucht in der Bundesländer-Tabelle gar nicht unter den Top 3 auf, trotzdem liegt die Landeshauptstadt München bei Topgehältern ganz vorn. Mit durchschnittlich 64.750 € im Jahr führt München die Liste aller deutschen Landeshauptstädte an, dicht gefolgt von Stuttgart mit 63.750 €¹.

Die Trendberufe 2026: KI, Cybersecurity und Data Science

Mittlerweile setzt etwa jedes dritte Unternehmen in Deutschland KI aktiv ein³. Vor einem Jahr war es erst jedes fünfte. Unternehmen investieren also weiterhin stark in Digitalisierung, um Prozesse zu automatisieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Künstliche Intelligenz: Der Mangel an Fachkräften, die große Sprachmodelle sicher bedienen können, gehört für 70 % der Unternehmen zu den größten Hindernissen bei der Digitalisierung⁶. Unternehmen, die bereits KI einsetzen, verbessern damit in drei von vier Fällen ihre Wettbewerbsposition⁶ und vier von fünf Entscheiderinnen und Entscheidern erwarten, dass Unternehmen ohne konsequente KI-Integration ihre Wettbewerbsfähigkeit schon in den kommenden Jahren verlieren⁷. Aktuell stellen erst 5 % der Unternehmen aktiv KI-Expertinnen und KI-Experten ein, während ein weiteres Viertel das Recruiting von KI-Spezialistinnen und KI-Spezialisten fest plant³.

Cybersecurity: 87 % der deutschen Unternehmen wurden im vergangenen Jahr Opfer von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage. Der Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft kletterte dadurch auf einen Rekordwert von 289,2 Milliarden Euro, von denen rund 70 % direkt auf Cyberangriffe zurückgehen⁴. Liegt deine Expertise im Cybersecurity-Bereich, triffst du deshalb auf große Nachfrage am Arbeitsmarkt, denn ohne ausreichenden Schutz wird es für jedes einzelne Unternehmen schnell richtig teuer.

Data Science: Laut IBM verliert mehr als ein Viertel der Unternehmen durch schlechte Datenqualität jährlich umgerechnet über 4,5 Millionen Euro. Bei 7 % der Unternehmen sind es sogar mehr als 23 Millionen Euro⁵. Deshalb werden auch Fachkräfte in Data Science in Unternehmen dringend gesucht, um genau das zu verhindern und aus den vorhandenen Daten verlässliche Entscheidungen abzuleiten.

KI, Cybersecurity und Data Science haben letztlich denselben Treiber. Die Digitalisierung läuft schneller, als viele Unternehmen mithalten können, und genau diese Lücke macht dich als Spezialistin oder Spezialist so wertvoll. Eigene Gehaltszahlen weist der aktuelle Report für diese Spezialisierungen zwar noch nicht separat aus, in der Praxis liegt das Gehaltsniveau hier aber meist am oberen Ende der jeweiligen Berufsgruppe. Spezialisierst du dich in einem dieser Bereiche, hast du langfristig gute Aussichten auf ein hohes Gehalt und einen Job mit Zukunft.

Welche Skills brauchst du für einen gut bezahlten Job in 2026?

Fachwissen allein reicht heute nicht mehr, da Unternehmen Menschen suchen, die mitdenken, Probleme lösen und offen für Neues sind. Digitale Kompetenzen helfen dabei in jedem Beruf, auch außerhalb der IT. Wenn du dazu noch klar kommunizieren kannst und bereit bist, dich regelmäßig weiterzubilden, bringst du gute Voraussetzungen für sehr gut bezahlte Jobs mit. Gerade weil so viele Branchen unter Fachkräftemangel leiden, zählt am Ende vor allem eines: dranzubleiben.

Wie du dein Gehalt aktiv verbessern kannst

Die Gehaltszufriedenheit in Deutschland liegt ab 70.000 € brutto im Jahr deutlich im oberen Bereich². Bis dahin gibt es ein paar Hebel, mit denen du dein Gehalt konkret beeinflussen kannst:

  • Durch Weiterbildungen auf dem neuesten Stand bleiben: Aktuelles Wissen zahlt sich in jeder Branche aus und hilft dir, selbstbewusst und souverän deine nächsten Ziele zu planen und zu kommunizieren.
  • Auf die Größe der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers achten: Schon der Wechsel zu einem größeren Unternehmen kann sich lohnen. Kleine Betriebe zahlen im Schnitt 49.470 €, Konzerne ab 10.000 Mitarbeitenden 58.767 €.
  • Gehaltsverhandlungen zu deinem Vorteil nutzen: Ein gut vorbereitetes Gehaltsgespräch wirkt oft mehr als ein kompletter Jobwechsel. Bereite dich mit konkreten Zahlen vor, zum Beispiel mit den Gehaltsdaten aus diesem Artikel. Mache außerdem deine Erfolge der letzten Monate greifbar und zeige auf, welche zukünftigen Ziele du dir persönlich gesetzt hast.
  • Mit internen und externen Kontakten vernetzen: Nutze berufliche Kontakte aktiv, um deine Stärken und Kenntnisse zu kommunizieren. Innerhalb des Netzwerks entstehen oft interessante und lukrative Jobchancen, bevor die Position öffentlich ausgeschrieben wird.

Tipps, wie ein Wechsel in einen gut bezahlten Job gelingt

Vielleicht liest du diesen Artikel, weil du selbst über einen Wechsel in eine besser bezahlte Branche oder einfach in einen Job mit mehr Perspektive nachdenkst. Gerade als Quereinsteigerin oder Quereinsteiger lohnt sich ein zweiter Blick auf die Top 10, denn IT, kaufmännische Bereiche oder die Pflege lassen sich auch ohne Studium über eine staatlich geförderte Weiterbildung erreichen. Diese drei Schritte machen den Wechsel in einen gut bezahlten Job realistisch:

  • Welches Ziel möchtest du erreichen? Überlege dir, welches Berufsfeld aus der Top 10 zu deinen Stärken passt, bevor du dich für einen konkreten Weg entscheidest.
  • Direkter Quereinstieg: In Branchen mit großem Fachkräftemangel wie IT oder Pflege zählen oft praktische Erfahrung und übertragbare Fähigkeiten mehr als ein Abschluss. Schon eine Bewerbung mit klarem Bezug zu deinen bisherigen Stärken kann reichen.
  • Netzwerken und intern wechseln: Viele Berufswechsel gelingen über persönliche Kontakte oder eine Versetzung innerhalb des aktuellen Unternehmens. Sprich dafür gezielt mit deiner Führungskraft oder der Personalabteilung, um aktuelle oder zukünftige Vakanzen zu identifizieren.
  • Förderung für deine Weiterbildung nutzen: Je nachdem, in welcher beruflichen Situation du gerade bist, gibt es unterschiedliche Förderwege. Bist du arbeitslos oder arbeitssuchend, übernimmt z. B. der Bildungsgutschein unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für deine Weiterbildung. Arbeitest du in einer Festanstellung und möchtest dich intern weiterqualifizieren, lohnt sich ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten über das Qualifizierungschancengesetz. Damit lässt sich eine Weiterbildung oft parallel zum Job finanzieren.

Entscheidest du dich für den Weg über eine Weiterbildung, begleiten wir dich bei Karriere Tutor Schritt für Schritt von der Klärung deiner Förderung über die Weiterbildung selbst bis zur Bewerbung für deinen neuen, besser bezahlten Job. Wenn du wissen möchtest, welcher Weg zu dir passt, sprechen wir gerne unverbindlich darüber.

Fazit: Wohin entwickeln sich gut bezahlte Berufe in 2026?

Arbeitest du in der IT, im Ingenieurwesen oder in der Pflege, sitzt du aktuell auf der sicheren Seite. Allein in der IT fehlen laut Bitkom rund 109.000 Fachkräfte, im Ingenieurwesen sind es laut VDI fast 100.000 offene Stellen⁸. In der Pflege und in therapeutischen Berufen hat der Fachkräftemangel zuletzt sogar zugenommen, obwohl sich der Arbeitsmarkt insgesamt etwas abgekühlt hat⁸.

Auch wenn du im Bauwesen oder in einem technischen Beruf arbeitest, kannst du beruhigt sein. Beide Branchen bleiben weiterhin an der Spitze der gefragtesten Berufsfelder, auch wenn die Zahl der Stellenanzeigen dort konjunkturbedingt leicht gesunken ist.

Anders sieht es aus, wenn du in der klassischen Sachbearbeitung, in der Verwaltung ohne Digitalkompetenz oder in Teilen der klassischen Industrie arbeitest. Diese Bereiche verlieren laut mehreren aktuellen Arbeitsmarktanalysen an Bedeutung, weil Automatisierung und Digitalisierung viele der bisherigen Aufgaben übernehmen⁸.

Erkennst du dich in einem dieser rückläufigen Bereiche wieder, ist das kein Grund zur Sorge, sondern ein guter Anlass, genauer hinzuschauen. Die Top 10 der bestbezahlten Berufe und die Tipps zum beruflichen Wechsel zeigen dir, wohin sich deine berufliche Zukunft entwickeln könnte, wenn du mehr verdienen möchtest.

FAQs zu den bestbezahlten Jobs in Deutschland

Ganz vorne liegen Berufe aus der Medizin, gefolgt von Ingenieurwesen und technischer Entwicklung. Dort sind Jahresgehälter zwischen rund 72.000 € und über 100.000 € üblich. Aber auch andere Berufsfelder wie IT, Bildung oder Pflege liegen heute schon deutlich über dem deutschen Durchschnittsgehalt.

Als Ärztin oder Arzt verdienst du mit 105.500 € im Jahr deutlich mehr als in jedem anderen hier genannten Beruf. In der IT sind Expertinnen und Experten extrem gefragt und gehören mit rund 66.750 € zu den Jobs mit hohem Gehalt.

Im Branchenvergleich der bestbezahlten Berufe liegt das Bankwesen mit Jahresgehältern von über 70.000 € klar vorn¹. Knapp dahinter folgen Luft- und Raumfahrt, Versicherungen und die Pharmaindustrie mit Gehältern von jeweils über 66.000 € im Jahr. Wenn du in einer dieser Branchen arbeitest, kannst du selbst in einem durchschnittlich bezahlten Beruf oft überdurchschnittlich gut verdienen.

KI, Cybersecurity und Data Science zählen aktuell zu den Berufsfeldern mit der größten Dynamik. Unternehmen suchen hier so dringend nach Fachkräften, dass du als KI-Spezialistin oder KI-Spezialist, als Cybersecurity-Expertin oder Cybersecurity-Experte oder im Bereich Data Science gute Chancen auf Jobs mit hohen Gehältern hast, selbst wenn du quer einsteigst. Auch Cloud Engineering gehört dazu, denn je mehr Unternehmen ihre IT-Infrastruktur in die Cloud verlagern, desto mehr Fachkräfte brauchen sie, die diese Systeme aufbauen und sicher betreiben.

Ja. Ein Studium ist hilfreich, aber nicht die einzige Tür zu Jobs, die gut bezahlt werden. Mit einem Bachelorabschluss liegst du im Schnitt über alle Berufe hinweg bei 56.736 € im Jahr, mit einem Masterabschluss bei 66.137 €². Genauso gut kannst du über eine klassische Ausbildung oder eine geförderte Weiterbildung einsteigen und zum Beispiel in Recht und Verwaltung oder in der Pflege trotzdem überdurchschnittlich verdienen.

Fachwissen allein reicht heute nicht mehr aus, denn wichtiger sind digitale Kompetenzen, die Fähigkeit, klar zu kommunizieren, und die Bereitschaft, dich regelmäßig weiterzubilden. Wenn du diese drei Qualitäten mitbringst, hast du in fast jedem gut bezahlten Beruf eine reelle Chance, dich weiterzuentwickeln und dein Gehalt kontinuierlich zu steigern.

Den Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen gibt es schon seit Jahren und trotz aller Aufmerksamkeit für das Thema verringert er sich nur langsam. Ohne Berücksichtigung von Unterschieden bei Erfahrung oder Position verdienen Frauen im Schnitt immer noch 9,7 % weniger als Männer. Rechnet man diese Faktoren heraus, bleiben immer noch 4,8 % übrig. Suchst du konkret nach gut bezahlten Berufen für Frauen, bieten sich Berufsfelder wie Personalwesen oder Bildung an. Dort fällt der Unterschied deutlich kleiner aus. Im Personalwesen liegt er bei nur 2,3 %, in der Bildung bei 6,1 %.

Alle Zahlen in diesem Artikel sind Bruttoangaben und das gilt für jede verwendete Quelle. Wie viel davon netto übrig bleibt, hängt von deiner Steuerklasse, der Kirchensteuer und weiteren persönlichen Faktoren ab. Ein Netto-Brutto-Rechner gibt dir dafür in wenigen Sekunden eine genaue Einschätzung für dein eigenes Gehalt.

Quellen

¹ Stepstone Gehaltsreport 2026, stepstone.de/gehaltsreport/ (Ausgabe Januar 2026, Datenbasis: 1.326.157 Gehaltsdaten, Januar 2022 bis November 2025)

² kununu Gehaltscheck 2026, kununu.com (Datenbasis: 1,13 Mio. Gehaltsdaten)

³ Bitkom, Pressemitteilung „Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz“, bitkom.org/Presse/Presseinformation/Durchbruch-Kuenstliche-Intelligenz/ (September 2025, Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten)

⁴ Bitkom, Studie „Wirtschaftsschutz 2025“, bitkom.org/Presse/Presseinformation/Russland-China-deutsche-Wirtschaft-Visier/ (September 2025, Befragung von 1.002 Unternehmen ab 10 Beschäftigten)

⁵ IBM, „Die wahren Kosten mangelhafter Datenqualität“, ibm.com/de-de/think/insights/cost-of-poor-data-quality/ (Bezug: IBM Institute for Business Value Report 2025)

⁶ Bitkom, Pressemitteilung „Digitalisierung der Wirtschaft: Fast jedes Unternehmen beschäftigt sich mit KI“, bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierung-der-Wirtschaft-Unternehmen-beschaeftigen-sich-mit-KI/ (März 2026, Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten)

⁷ valantic / Handelsblatt Research Institut, „Digital Excellence Outlook 2026 – AI at Scale“ (Befragung von 1.000 Entscheiderinnen und Entscheidern in der DACH-Region)

⁸ Profiling Institut, „Berufe mit Zukunft 2026“ und „Top 10 Berufe mit größtem Fachkräftemangel 2026“, profiling-institut.de (Datenbasis: IW Köln, VDI Ingenieurmonitor Q3/2025, Bitkom, KOFA Jahresrückblick 2025, Stand Januar bis Mai 2026)