Die digitale Führungskultur – Digitale Transformation 2/3

Die digitale Führungskultur

 

Arbeiten 4.0 – wir stecken bekanntlich bereits mittendrin. Zumindest im Transformationsprozess. Denn gerade Unternehmen stellt unsere veränderte Arbeitswelt vor große Herausforderungen. Welche das sind und wie eine zukunftsfähige digitale Führungskultur aussehen könnte, ist heute unser Thema.

Vernetzt statt verpuppt

Der konventionelle Betrieb, wie wir ihn kennen, stirbt zunehmend aus. Also der mit einer klaren Hierarchie, einem kleinen, eng abgegrenzten Arbeitsbereich und einem noch enger begrenzten Team. Zuständigkeiten für nur eine bestimmte Position mögen sich vor allem im Segment des öffentlichen Dienstes noch finden, in modernen Unternehmen werden sie aber Stück für Stück abgelöst. Die Digitalisierung bzw. ihre Auswirkungen auf unser Arbeitsleben sind vielfältig. Offener und vernetzter muss es vor allem werden, unser Arbeitsleben. Die kleine Enklave, die von der Welt abgeschnitten ihr eigenes Süppchen kocht, mag im KMU-Umfeld vereinzelt noch funktionieren, wird sich mittelfristig aber kaum halten können. Denn die Digitalisierung ist bereits in etlichen Lebensbereichen präsent, ja völlig normal, und der Trend hin zur Arbeit 4.0 nicht aufzuhalten.

Digitalisierung verlangt Kooperation

Die digitale Transformation, auch die der Unternehmen hin zur digitalen Führungskultur, kann nicht singulär erfolgen. Es bedarf einer strukturierten Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Gesellschaft und Politik. Gerade Letztere ist gefragt, weil Unternehmen den Wandel nur schaffen, wenn aus der Politik ein wohlwollender Rückenwind erfolgt. Neue Gesetze für flexiblere Arbeitsformen wie Subcontracting oder Freelancing, das Aufbrechen strenger rechtlicher Strukturen, die ein vernetztes Arbeiten erschweren statt zu fördern, der Abbau von gesetzlichen Hürden, die einem flexibleren Arbeiten 4.0 entgegenwirken. Überall hier ist nicht nur das einzelne Unternehmen gefragt, sondern in erster Linie der Gesetzgeber. Er gibt den Rahmen, innerhalb dessen der einzelne Betrieb seine digitale Führungskultur herausbilden kann. Je freier der Rahmen ist, umso mehr Möglichkeiten gibt es für Betriebe und deren HR-Verantwortliche zu handeln. Unternehmen müssen aber auch nötige Dinge einfordern, die Gesellschaft sich hin zum digitalisierten Leben öffnen können. Eben nicht nur, wenn es darum geht, privat im Internet eine Reise zu buchen, sondern auch wenn es das eigene Arbeitsleben möglicherweise auf den ersten Blick ziemlich stark umkrempelt.

 

Digitale Agenda: das noch zu schwache Zukunftszeichen

Die Politik ist sich ihrer Aufgaben durchaus bewusst und schafft mit der Digitalen Agenda bzw. konkreten Leitlinien wie der Digitalen Strategie 2025 Impulse für das so nötige Arbeiten 4.0. Dieser Tage fand der erste Digital-Gipfel als Nachfolger des Nationalen IT-Gipfels statt. Am 12. und 13. Juni ging es genau darum, passende Rahmenbedingungen für die digitale Transformation zu finden und letztlich auch in der Praxis zu schaffen. Der Ansatz ist gut und absolut notwendig. Doch der tatsächliche Wandel geht schneller als die Politik derzeit reagiert. Im Gegenteil wirkt es an mancher Stelle, beispielsweise bei der jüngsten Einschränkung der Arbeitnehmerüberlassung, insgesamt eher wie ein Rückschritt hin zu sehr komplizierten und wenig flexiblen Modellen. Möchte Deutschland seine Wirtschaftskraft halten bzw. stärken, ist es nicht abzusprechen, dass hier noch deutlich Luft nach oben bleibt.

 

Was muss die digitale Führungskultur leisten?

Im Grunde muss aber nicht nur der Rahmen, der von außen vorgegeben wird, stimmen. Vor allem das Bild darin, sprich, was der Einzelne aus den vorhandenen Möglichkeiten macht, muss es. Arbeiten 4.0 verlangt zwangsläufig auch eine Führungskraft 4.0, die dem veränderten Arbeitsleben Raum gibt und es fördert, statt im Keim zu ersticken. Dazu gehören folgende wichtige Bausteine zwangsläufig dazu:

  • Mehr Eigenverantwortung für den Einzelnen: Statt stringentem Delegieren von oben nach unten lässt die Führungskraft 4.0 ihren Mitarbeitern mehr Freiraum für eigenverantwortliches Handeln. Denn von oben nach unten ist alles, aber nicht flexibel und niemals in der Lage schnell auf Veränderungen zu reagieren. Flache Hierarchien sind es dagegen mehr.
  • Über den Tellerrand hinausblicken: Nicht nur was im eigenen Dunstkreis passiert, ist wichtig. Das gilt in Zukunft mehr denn je. Eine digitale Führungskultur hat einen offenen Blick und ist nicht nur nach innen gerichtet, sondern offen für Impulse von außen und innen.
  • Smarte Kommunikation: Zugewandt, lösungsorientiert und niemals disziplinarisch. Die moderne Führungskraft in unserer digitalisierten Welt kommuniziert völlig anders, als es alte Modelle vorsehen. Sie kommuniziert gemeinsame Ziele statt vorgegebener Aufgaben, setzt auf Vertrauen und Offenheit – genau das, was eine gute Mitarbeiterkommunikation ausmacht.
  • Agiles Handeln: Digitalisierung erfordert immer auch die Kehrtwende zu Work in Progress, beispielsweise im Projektmanagement. Wurden Projekte einst oftmals von A bis Z stringent durchgeplant und starr verfolgt, ist dies heute kaum noch überall möglich. Viele Projekte verlangen einen offenen Blick und die Möglichkeit, sich schnell an äußere Bedingungen anzupassen. Wer in Richtung digitale Führungskultur geht, sollte daher immer auch ein fundiertes Wissen über Agilität und agiles Projektmanagement erwerben.
  • Flexiblere Arbeitszeitmodelle: Letztlich muss ein Unternehmen im Prozess der digitalen Transformation starke Impulse senden. Denn flexibleres Arbeiten wirkt sich nicht nur auf interne Prozesse aus, sondern wesentlich weitläufiger. Wer Arbeiten 4.0 konsequent verfolgt, muss also flexibler werden. Konkret kann dies in Form zeitgemäßer Arbeitszeitmodelle, beispielsweise dem teilweisen Home-Office, erfolgen. Auch das Öffnen zu neuen Varianten anstelle des klassischen Achtstundentages ist hier eine Option.
  • Führung 4.0 leben: Die digitale Transformation ist in erster Linie HR-Job. Denn in der Personalabteilung werden die Weichen gestellt, wie gut Arbeiten 4.0 im eigenen Unternehmen funktioniert. So ist die Akquise qualifizierter Mitarbeiter, die den Transformationsprozess mittragen können, wichtig. Aber auch das Bewusstsein, wie digitale Führungskultur qualifiziertes Personal binden und halten kann. Dies geschieht nicht zuletzt darüber, den Mitarbeitern Raum für das eigene berufliche Vorankommen zu lassen. Flexible und mit Familie und Beruf vereinbare Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen die Möglichkeit, den Einzelnen zu fördern und gleichzeitig dem Unternehmen 4.0 Antrieb zu geben.

 

Sind Sie schon eine Führungskraft 4.0?

Die Digitalisierung ist schnell und verlangt Ihnen vor allem in leitender Position viel ab. Maßgeschneiderte Weiterbildungen für Führungskräfte machen Sie fit für die Zukunft, die längst begonnen hat. Nutzen Sie diese Chancen auf dem Weg in Richtung digitale Führungskultur!

 

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