Was ist Künstliche Intelligenz?

Was ist Künstliche Intelligenz

Sprachassistenten, autonom fahrende Autos, robotische Katheter, die eigenständig durch das schlagende Herz navigieren: Künstliche Intelligenz übernimmt längst komplexe Aufgaben und löst sie teilweise um einiges effizienter als der Mensch. Doch was ist Künstliche Intelligenz genau? Welche Chancen bietet sie? Willi Schmidt, CTO bei der socialtelligence GmbH, einem Experten für Social Media und Künstliche Intelligenz, beantwortet für uns die wichtigsten Fragen.

 

Was ist Künstliche Intelligenz?

Willi Schmidt: Zunächst einmal ist Künstliche Intelligenz, abgekürzt KI, ein Teilgebiet der Informatik. Man unterteilt KI in vier große Teilbereiche: Einer ist Suche und Planung. Diesem Teilbereich ist ein Algorithmus des Schachcomputers „Deep Blue“ zuzuordnen, der 1996 den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow besiegt hat. Aus dem Teilgebiet der Logik stammt beispielsweise die Künstliche Intelligenz, die in der TV-Show „Jeopardy!“ gegen die besten Spieler gewonnen hat. Dann gibt es das Teilgebiet der Wahrscheinlichkeitsrechnung und das des maschinellen Lernens.

 

Wo wird Künstliche Intelligenz eingesetzt?

Schmidt: KI wird so gut wie überall eingesetzt. Allein unsere Smartphones sind voll davon. Nur wissen viele gar nicht, dass sie gerade eine Künstliche Intelligenz nutzen.

 

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz heute?

Schmidt: Hier würde ich unterscheiden zwischen starker und schwacher KI. Heute verwendet man schwache KI, eine solche kann ein Problem lösen – aber eben nur dieses Problem. Zum Beispiel kann ein Fahrzeug autonom fahren oder ein Putzroboter den Teppich saugen, aber sie kann dir keinen für dich passenden Artikel bei Amazon vorschlagen. Ob eine KI stark oder schwach ist, kann man mit dem Turing-Test feststellen, den der Informatiker Alan Turing 1950 entwickelt hat. Bei diesem Test geht es darum, dass ein Mensch mithilfe einer Tastatur und eines Computerbildschirms zwei unbekannten Gesprächspartnern Fragen stellt. Er kann die beiden weder sehen noch hören. Einer der Gesprächspartner ist ein Mensch, der andere eine Maschine. Wenn der Fragesteller am Ende nicht zwischen Mensch und Maschine unterscheiden kann, gilt die Maschine als starke KI.

 

Gibt es Beispiele für eine starke Künstliche Intelligenz?

Schmidt: Von einer starken KI, also einer Künstlichen Intelligenz, die ähnlich dem Menschen nachdenken und verschiedene Probleme lösen kann, sind wir heute noch weit entfernt. Meistens sehen wir sie in Science-Fiction-Filmen; der „Terminator“ ist zum Beispiel eine starke KI.

 

Wie sieht die Zukunft der Künstlichen Intelligenz aus?

Schmidt: Vielleicht können wir in 20 oder 30 Jahren eine starke Künstliche Intelligenz programmieren. Das kann man technisch noch nicht realisieren, weil wir die entsprechende Hardware noch gar nicht haben. Wir sprechen hier außerdem von Milliarden von künstlichen Neuronen, die angelegt werden müssen.

Insgesamt wird KI unser Leben aber weiterhin verbessern. Das wird so weit gehen, dass wir nach Hause kommen und uns vieles abgenommen wird. Die Künstliche Intelligenz weiß zum Beispiel, weil sie in deiner Smart Watch deine Werte erfasst, dass du unterzuckert bist und dieses oder jenes essen solltest. Vieles wird automatisiert, und Künstliche Intelligenz wird immer mehr lernen, was man gerade braucht. Der Mensch muss künftig viel weniger selbst entscheiden.

 

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Wo liegen die Gefahren Künstlicher Intelligenz?

Schmidt: Eine Gefahr ergibt sich aus dem, was ich eben angedeutet habe: Der Mensch lässt sich Entscheidungen abnehmen und muss immer weniger nachdenken. Ansonsten sehe ich keine Gefahren Künstlicher Intelligenz. Der Mensch fürchtet sich vor Dingen, die er nicht kennt. KI kann uns jedoch in verschiedenen Bereichen nach vorn bringen. In der Medizin leistet sie jetzt schon Großartiges und erkennt zum Beispiel Hautkrebs, den Ärzte nicht sehen. Wir werden noch mehr Krankheiten heilen und früher erkennen können. Je weiter wir mit der Technik sind, umso besser wird Künstliche Intelligenz.

 

Zur Person:

Willi Schmidt hat an der Hochschule der Medien in Stuttgart Informatik studiert. Der Experte für maschinelles Lernen ist Chief Technical Officer bei der socialtelligence GmbH und doziert unter anderem über Künstliche Intelligenz.

 

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