8 Experten-Learnings für die Entwicklung von Geschäftsmodellen mit Zukunft

8 Experten-Learnings für die Entwicklung von Geschäftsmodellen mit Zukunft

Vor Kurzem war unser Dozent und Experte für digitale Geschäftsmodelle Daniel de la Roche in London, um sich mit dem weltweit anerkannten Business-Strategen Alexander Osterwalder („Business Model Generation“, „Value Proposition Design“) und rund 120 internationalen Experten über die Entwicklung überlegener Geschäftsmodelle auszutauschen. Die wichtigsten Learnings dieses Gesprächs hat er für euch zusammengefasst. Lest gleich rein.

 

Strategy first

Bei der Strategyzer Masterclass im Oktober 2018 London trafen sich Manager und Macher aus der ganzen Welt , um die Geheimnisse „unbesiegbarer“ Unternehmen und deren Geschäftsmodelle zu diskutieren und Strategien, Methoden und Ansätze für die Praxis abzuleiten. Als Dozent des Digital Business Innovators und des Chief Digital Officers  –unbestritten zwei der zukunftsträchtigsten Berufsfelder weltweit – habe ich mich für dich als Leser unseres karriere-tutor-Blogs umgehört und wichtige Learnings mitgebracht, die dir z.B. bei deiner Digitalisierungsstrategie und deren Umsetzung im Unternehmen oder für dein Business Model als Selbstständiger helfen können.

 

Learnings für dein Business Development

Die wichtigsten Inhalte aus meinem Gespräch mit Alexander Osterwalder, dem Experten für die Entwicklung überlegener Geschäftsmodelle sind folgende:

 

1. „Je mehr Zeit du in Businesspläne investierst, umso größer wird das Risiko von Fehlern oder des Scheiterns!“

Es ist wichtig, dass eine klare Strategie gefunden wird, aber detaillierte und bis in die letzte Eventualität formulierte Businesspläne sind nicht zeitgemäß und sogar kontraproduktiv. Denn je detaillierter und überzeugender ein Businessplan ist, je mehr Budget bereits am Anfang freigegeben und verplant wird , umso weniger flexibel und praxisnah wird die Umsetzung. Businesspläne zeichnen ein verzerrtes Bild der Realität und entwerfen eine Fantasie darüber, wie die Zukunft aussehen sollte. Starre und unbewegliche Planung auf dem Weg dorthin erhöht das Risiko des Scheiterns. Äußere Einflüsse, Entwicklungen und vor allem die Kundensicht können leicht aus den Augen verloren werden, wenn man sich zu sehr mit der perfekten Umsetzung einer zu Beginn als richtig erdachten Lösung beschäftigt.

 

2. „Verliebe dich nicht zu früh in deine Idee!“

Innovationen tragen in sich, dass sie iterativ entstehen und nicht zu 100 % planbar sind. Wenn du z.B. eine Digitalisierungsstrategie für dein Unternehmen aufstellen willst, dann kalkuliere also immer mit ein, dass die erste Idee nicht in Stein gemeißelt sein darf. Wichtig ist es, schnell Prototypen zu entwickeln, entsprechende Hypothesen zu Problemen und Lösungen aufzustellen und diese im Idealfall am Kunden zu testen. Durch die Resultate und Erfahrungen, vor allem negative Testergebnisse, erhöht sich automatisch das Kundenverständnis und es entstehen echte Lösungen, Verbesserungen und Innovationen – nicht rein abstrakt auf dem Planungspapier.

 

3. „Innovationen verlaufen in kleinen Schritten!“

Keine Innovation fällt vom Himmel und ist in Perfektion einfach da. Sie entsteht vielmehr in kleinen Schritten, die ganz bewusst auch Scheitern von ersten Lösungsansätzen mit einbeziehen. Für deine Digitalisierungsstrategie bedeutet das z.B., dass du besser öfter in kleinen Budgets denkst, um dich der besten Lösung anzunähern als einmal viel zu investieren und eine noch nicht reife Lösung zu bekommen. Eine der Kernaufgaben von Innovationsmanagement ist es also, das Risiko des Scheiterns zu minimieren.

 

4. „Die Kunden sind die Experten ihres Bedarfs!“

Die Kunden wissen meist gar nicht genau, was sie brauchen, sondern nur, welche Probleme, Sorgen oder Hindernisse sie haben. Mithilfe rasch umgesetzter Prototypen und realer Tests kannst du ihr Bedürfnis besser verstehen und genau die Produkte oder Dienstleistungen entwickeln, die am Ende einen echten Mehrwert schaffen.

 

5. „Finde heraus, warum dein Kunde deine Lösung braucht!“

Es reicht dabei nicht herauszufinden, dass ein Kunde ein bestimmtes Produkt bzw. einen Service braucht. Du solltest dich zunächst vielmehr auf das „Warum“ dahinter fokussieren. Erfrage dabei nicht nur die Kundenmeinung, sondern finde dazu passende Belege, Fakten und Beispiele, sogenannte Evidenzen für den Bedarf deiner Kunden. Unternehmertum bedeutet dann vor allem, Muster, Schemata und Gemeinsamkeiten herauszufinden, um mehrheitsfähige Lösungen anbieten und / oder effiziente Geschäftsmodelle gestalten zu können.

 

6. „Setze auf das Zusammenspiel aus Innovation und Ausführung!“

Gerade große Unternehmen müssen nicht nur überzeugende Innovationen oder hervorragende Prozesse in der Umsetzung mitbringen, z.B. in der digitalen Transformation, sondern beides in sich vereinen. Mit Tools wie Osterwalders Business Model Canvas oder dem Value Proposition Canvas schaffst du die Grundlagen dafür.

 

Businessmodelle sind der USP der Zukunft!“

 

7. „Businessmodelle sind der USP der Zukunft!“

Produkte und Services sind relativ leicht kopierbar. Smarte Geschäftsmodelle, also Wege aus diesen Produkten und Services Wert zu schöpfen, zur richtigen Zeit das richtige Produkt zu bringen, und dabei exakt den richtigen Kunden im Blick zu haben, sind es aber nicht. Der Fokus erfolgreicher Unternehmen liegt also mehr denn je auf einem überlegenen Geschäftsmodell, weil dieses Modell dich einzigartig macht. Im Business Model Canvas stehen daher die neun Elemente für die neun wichtigsten Entscheidungen, die ein Unternehmer treffen muss.

 

8. „Beschäftige dich nicht mit dem Erfolg, sondern mit deinem weiteren Weg!“

Erfolgreiche Unternehmen arbeiten permanent an ihrem Geschäftsmodell und entwickeln sich fortlaufend weiter. Sie verharren nicht bei einem erreichten Erfolg, sondern denken immer zukunftsorientiert an den nächsten Schritt und das nächste Geschäftsmodell für die Zukunft.

 

Die digitale Zukunft beginnt jetzt

Geschäftsmodelle, Produkte und Services werden besser, je näher du an der Praxis bleibst und je dichter am Bedürfnis des Kunden du arbeiten kannst. Klassische Businesspläne und detaillierte Strategien maximieren die Gefahr des Scheiterns, also investiere künftig mehr Zeit in das Verständnis deiner Kunden und das Testen deines Geschäftsmodells. Speziell bei digitalen Geschäftsmodellen können mit relativ wenig Aufwand und Budget in kurzer Zeit wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, bevor große Investitionen erforderlich werden.

 

Daniel de la Roche weiß als langjähriger Head of Marketing und Head of Product Management, wie zukunftsfähige Prozesse im Unternehmen aussehen müssen und wie wichtig dabei eine fundierte geschäftliche Kommunikation ist. Als Dozent gibt er seine Expertise an seine Teilnehmer weiter und macht sie fit für ihre digitale Zukunft.

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Daniel de la Roche weiß als langjähriger Head of Marketing und Head of Product Management, wie zukunftsfähige Prozesse im Unternehmen aussehen müssen und wie wichtig dabei eine fundierte geschäftliche Kommunikation ist. Als Dozent gibt er seine Expertise an seine Teilnehmer weiter und macht sie fit für ihre digitale Zukunft.