Im Auswahlverfahren möchten Personalverantwortliche mithilfe von kompetenz- und verhaltensbasierten Fragen die verschiedenen Persönlichkeiten der Bewerbenden genau kennenlernen, um sich schließlich für die passendste Person entscheiden zu können. Damit du dich bestmöglich auf dein Vorstellungsgespräch vorbereiten kannst, haben wir zunächst typische Fragen dieser Art für dich zusammengestellt:
- Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie ein schwieriges Problem gelöst haben.
- Beschreiben Sie eine Herausforderung, die Sie im Team gemeistert haben.
- Wie gehen Sie vor, wenn Sie unter Zeitdruck stehen? Geben Sie ein Beispiel.
- Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie eine kreative Lösung gefunden haben.
- Wie sind Sie mit einem unzufriedenen Kunden oder Kollegen umgegangen?
- Beschreiben Sie ein Projekt, das Sie von Anfang bis Ende geleitet haben.
- Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie eine schwierige Entscheidung treffen mussten.
- Wie haben Sie sich in einer neuen Rolle oder einem neuen Team eingearbeitet?
- Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie ein Ziel nicht erreicht haben – und was Sie daraus gelernt haben.
- Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie Initiative gezeigt und etwas verbessert haben.
Wir möchten dir die STAR-Methode anhand von zwei Fragen und Antworten nun etwas näherbringen, damit du dich ideal auf die Fragen im Bewerbungsgespräch vorbereiten kannst.
Beispiel 1: Erzählen Sie von einer Situation, in der Sie Initiative gezeigt und etwas verbessert haben.
S: In meinem letzten Job als Marketing-Managerin ist mir aufgefallen, dass unser wöchentlicher Newsletter zwar regelmäßig verschickt wurde, aber die Öffnungsrate bei nur 12 % lag – deutlich unter dem Branchenstandard. Die Kolleginnen und Kollegen hatten sich damit abgefunden und sahen keinen Handlungsbedarf.
T: Mein Ziel war es aber, die Öffnungsrate innerhalb von drei Monaten um mindestens 10 % zu steigern. Ich wollte herausfinden, warum die Newsletter so wenig Beachtung fanden und welche Inhalte oder Formate besser ankommen würden.
A: Ich analysierte zunächst die Daten der letzten sechs Newsletter: Welche Betreffzeilen, Versandzeiten und Inhalte führten zu den meisten Klicks? Parallel führte ich eine kurze Umfrage unter unseren Kundinnen und Kunden durch, um ihre Interessen besser zu verstehen. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte ich einen neuen Redaktionsplan, testete mithilfe von A/B-Tests verschiedene Betreffzeilen und integrierte interaktive Elemente wie Umfragen und exklusive Angebote. Außerdem schlug ich vor, den Versandzeitpunkt zu verlegen.
R: Nach drei Monaten stieg die Öffnungsrate auf 25 % – eine Steigerung von über 100 %. Mein Vorgesetzter übernahm den neuen Redaktionsplan dauerhaft und bat mich, das Konzept auch auf andere Kommunikationskanäle zu übertragen. Ich lernte, dass kleine Änderungen oft eine große Wirkung haben, wenn man Daten nutzt und mutig neue Wege ausprobiert.
Beispiel 2: Beschreiben Sie eine Herausforderung, die Sie im Team gemeistert haben.
S: Während meiner letzten Tätigkeit sollte unser fünfköpfiges Team innerhalb von vier Wochen ein neues Social-Media-Konzept für einen Kunden entwickeln. Zwei Wochen vor Abgabe verließ jedoch überraschend die Teamleiterin das Unternehmen, und die Stimmung im Team war sehr angespannt.
T: Da ich die einzige Person im Team mit etwas Erfahrung im Projektmanagement war, sah ich es als meine Aufgabe, das Team wieder zu motivieren und sicherzustellen, dass wir das Konzept termingerecht und in hoher Qualität abliefern.
A: Zunächst organisierte ich ein kurzes Teammeeting, um die Ängste und Unsicherheiten offen anzusprechen. Gemeinsam erstellten wir einen neuen Zeitplan und verteilten die Aufgaben entsprechend unseren jeweiligen Stärken. Ich übernahm die Koordination, organisierte tägliche 15-minütige Stand-ups, um den Fortschritt zu besprechen, und sorgte dafür, dass alle die Unterstützung bekamen, die sie brauchten. Zudem holte ich Feedback vom Kunden ein, um sicherzugehen, dass wir auf dem richtigen Weg waren.
R: Wir haben das Konzept nicht nur pünktlich abgeliefert, sondern vom Kunden auch ein Lob für die kreative Umsetzung erhalten. Das Team war am Ende stolz auf das Ergebnis, und mein Vorgesetzter bot mir an, in zukünftigen Projekten mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich merkte, wie wichtig klare Kommunikation und ein offenes Ohr für die Sorgen des Teams sind – besonders in stressigen Phasen.