In drei Schritten zum Elevator Pitch für die Bewerbung

Elevator Pitch

Der Elevator Pitch ist ein Begriff, der vor allem im Bereich der Unternehmensgründung bekannt ist und gerne genutzt wird. Doch auch für deine Bewerbung profitierst du enorm von einem starken Pitch. Lies hier, wie du in drei Schritten zu deinem individuellen Bewerber-Pitch kommst, der dir im Vorstellungsgespräch große Vorteile bringen kann.

Was ist ein Elevator Pitch?

Bei einem Elevator Pitch geht es darum, dein Gegenüber mit einem flammenden Plädoyer von dir, deinem Unternehmen oder deiner Idee zu überzeugen. Dabei hast du aber nur so lange Zeit, wie eine gewöhnliche Aufzugfahrt dauert (Aufzug = engl. „Elevator“). Du musst also direkt auf den Punkt kommen. Viele Unternehmensgründer nutzen den Pitch, um potenzielle Finanzierungspartner und Investoren von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen.

Warum brauche ich als Bewerber einen Elevator Pitch? 

Der Elevator Pitch funktioniert aber nicht nur für Gründer und Selbstständige, sondern auch hervorragend für Bewerber. Denn wenn du im Vorstellungsgespräch danach gefragt wirst, warum sich das Unternehmen für dich entscheiden sollte, kannst du mit deinem Elevator Pitch punkten. Auch auf die Aufforderung „Erzählen Sie doch mal ein bisschen was von sich“, mit der Personaler häufig in ein Vorstellungsgespräch einsteigen, hast du dann eine sehr gute Antwort. Insgesamt ist ein Bewerber-Pitch die perfekte Möglichkeit, dein Gegenüber schnell von deinen Stärken zu überzeugen und dich von anderen Bewerbern abzuheben.

Wie ist ein Elevator Pitch für Bewerber aufgebaut? 

Ein guter Pitch für Bewerber umfasst drei Dinge:

  • Die Beschreibung deines Tätigkeitsschwerpunktes
  • Die Verknüpfung deiner Expertise mit den Anforderungen des Unternehmens
  • Den Nutzen, den du deinem potenziellen Arbeitgeber bringen kannst

Bei einem Pitch verbindest du im Optimalfall deine Stärken mit den Anforderungen des Unternehmens. Du zeigst quasi auf, dass du der perfekte Kandidat bist, um die offene Stelle zu besetzen und die damit verbundenen Aufgaben zu erfüllen. Indem du deine Expertise direkt mit den Anforderungen des Unternehmens verbindest, hebst du dich von anderen ab. Das führt zum einen dazu, dass dich dein Gegenüber als sehr gut vorbereitet und engagiert wahrnimmt, schließlich hast du dich mit dem Profil des Unternehmens beschäftigt. Zum anderen ermöglicht es dir selbst auch mehr Spielraum, beispielsweise bei Gehaltsverhandlungen. Denn wenn du wenig vergleichbar bist und deinen Gesprächspartner vollends von dir überzeugst, kannst du deutlich höhere Gehälter aushandeln als ein Bewerber, der in der Masse untergeht.

Ganz konkret nützt dir der Pitch also von der Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch gleich auf mehreren Ebenen. Du machst dich interessant und attraktiv für den Arbeitgeber und hast dadurch deutlich bessere Chancen …

  • überhaupt erst eingeladen zu werden,
  • im Gespräch von dir zu überzeugen und
  • deine Gehaltsvorstellungen durchzusetzen.

Formulierungshilfe für deinen Bewerber-Pitch

Wie aber kommst du nun zu deinem individuellen Bewerber-Elevator-Pitch? Wir gehen die drei Schritte nacheinander durch.

Erster Schritt: deine Tätigkeit

Höchstwahrscheinlich hast du vor dem Vorstellungsgespräch Bewerbungsunterlagen eingereicht und dein Gesprächspartner hat bereits einen ersten Eindruck von deinem beruflichen Profil bekommen. Doch in deinem Lebenslauf steht vielleicht nicht nur eine einzige frühere Arbeitsstelle, sondern gleich mehrere. Möglicherweise hast du auch keinen ganz linear verlaufenden Werdegang, sondern die eine oder andere Lücke im Lebenslauf. In all diesen Fällen ist es sinnvoll, wenn du deine Tätigkeit in eigenen Worten auf den Punkt bringen kannst. Achte dabei darauf, dass die Bezeichnung deiner Tätigkeit zu deinem Werdegang passt, aber auch zu dem Unternehmen, bei dem du dich bewirbst.

Natürlich kannst du hier deinen Ausbildungsberuf, zum Beispiel den Medienkaufmann, nennen. Wenn es möglich ist, schaffe aber an dieser Stelle eine erste Verbindung zum Unternehmen, bei dem du dich bewirbst. Hast du beispielsweise bei mehreren Arbeitgebern Erfahrung im Online-Marketing gesammelt, verfügst zudem über einschlägige Weiterbildungen im Online-Marketing und das neue Unternehmen sucht einen Marketingleiter für genau diesen Bereich, bezeichne dich in deinem Pitch gerne als Online-Marketing-Experten. Das entspricht der Wahrheit und betont außerdem ganz besonders deine Eignung für die offene Stelle. So entsteht ein klares Bild von deinem beruflichen Profil.

Zweiter Schritt: die Expertise fürs Unternehmen

Spätestens im zweiten Schritt deines Elevator Pitches fürs Vorstellungsgespräch darfst du nun den Bogen zum Unternehmen schlagen, sofern das vorher noch nicht geschehen ist. Verknüpfe deine fachliche und persönliche Expertise mit den Anforderungen des Unternehmens. Prüfe in diesem Schritt, worauf das Unternehmen besonderen Wert zu legen scheint oder was es nach außen hin von anderen unterscheidet. Dies kannst du beispielsweise auf der Website des Unternehmens recherchieren oder indem du die persönlichen Anforderungen in der Stellenanzeige genau studierst.

Sieh dir anschließend deine fachliche und persönliche Eignung in deinen letzten Positionen an. Ist die Firma, bei der du dich bewirbst, für ihre emotionalen Marketingkampagnen bekannt, während du sehr emotional veranlagt bist? Super. Dann bringe das beim zweiten Baustein deines Elevator Pitches doch zusammen und sage:

Ich bin Online-Marketing-Experte (erster Baustein) und lege großen Wert darauf, dass in meiner Arbeit die emotionale Ebene einfließen kann (zweiter Baustein) …

So schaffst du eine Identifikation mit dem Unternehmen, die dich als Bewerber interessant und als Mensch nahbar macht.

Dritter Schritt: der Nutzen für deinen Arbeitgeber

Im dritten Schritt spielst du die Vorteile des zweiten Schrittes noch weiter aus. Du fügst diesen positiven Aspekten, die du zuvor genannt hast, einen direkten Nutzen für das Unternehmen hinzu. Dieser Nutzen kann ein Nutzen für das Team sein, für die Kunden, für den Umsatz etc.

Um bei unserem Beispiel zu bleiben, kann dein Fokus auf emotionale Kampagnen bezwecken, dass die Menschen, die diese Kampagnen sehen, sich emotional berührt und in ihren Bedürfnissen wahrgenommen fühlen. So wirkt sich deine Arbeit direkt positiv auf die Kundenbindung bzw. die Kundengewinnung aus. Auch für das Team, in dem du mitwirken möchtest, kann diese Herangehensweise Vorteile haben. Beispielsweise verbessert dein Fokus auf Emotionen das Arbeitsklima oder die Kommunikation untereinander und steigert somit die Produktivität.

Formuliere den dritten Baustein deines Bewerber-Pitches beispielsweise so:

Ich bin Online-Marketing-Experte (erster Baustein) und lege großen Wert darauf, dass in meiner Arbeit die emotionale Ebene einfließen kann (zweiter Baustein), damit Team und Kunden sich jederzeit als Mensch in ihren Bedürfnissen wahrgenommen fühlen und gerne hier arbeiten bzw. kaufen.

Deine Qualitäten auf den Punkt bringen

Es geht beim Elevator Pitch in Bewerbungsgesprächen nicht darum, etwas vorzugeben, was du nicht bist. Sondern es geht darum, deine Stärken auf den Punkt zu bringen und dein Gegenüber direkt von dir zu überzeugen. Gerade im Bewerbungsprozess sind Zeit und Aufmerksamkeit wertvolle Ressourcen, die kein Unternehmen verschwenden möchte. Wenn sich hunderte Menschen auf eine Stelle bewerben, stichst du deutlich hervor, wenn du mit deinem Elevator Pitch in das Gespräch startest. Auch für dich selbst ist das hilfreich, da du vorab für dich sortierst, was dich eigentlich auszeichnet. Ist dir das einmal klar und bist du in der Lage, es in einem Satz zu kommunizieren, bleibst du im Gespräch dank deiner intensiven Vorbereitung deutlich gelassener.  

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