Wenn du bei deinem potenziellen neuen Arbeitgeber anrufst und lediglich erzählst, dass du einfach mal ins Gespräch kommen wolltest, verspielst du das große Potenzial, das in dieser Aktion liegt. Du läufst Gefahr, als Zeiträuber abgestempelt und gleich aus dem Pool möglicher neuer Mitarbeiter aussortiert zu werden. Martin Saidi rät deshalb dazu:
„Vorbereitung ist wirklich die halbe Miete. Leg dir deine Fragen vorher zurecht und hab sie während des Gesprächs zur Hand.“
Doch welche Fragen solltest du stellen? Die folgenden fünf Fragen für den Anruf vor der Bewerbung können dir weiterhelfen:
- Ist die Ausschreibung noch aktuell?
Wenn du dich auf eine Stelle bewerben möchtest, die schon vor einigen Wochen oder gar Monaten ausgeschrieben wurde, ist diese Nachfrage absolut legitim. Du bekundest damit Interesse und ersparst dir selbst, eine Bewerbung für eine längst vergebene Stelle vorzubereiten.
- Welche der genannten Qualifikationen sind Ihnen besonders wichtig?
„Stellenanzeigen beschreiben oft die eierlegende Wollmilchsau. Deshalb lohnt es sich, aus den vielen möglichen Qualifikationen die wirklich wesentlichen herauszufinden“, so der Experte. „Frag beispielsweise ganz konkret nach, welche der genannten Qualifikationen die wichtigsten sind.“ Diese Frage bekundet tiefergehendes Interesse und erleichtert es dir, eine passende Bewerbung zu schreiben.
- Welcher Persönlichkeitstyp wird im Team gebraucht und was ist Ihnen bei der Besetzung der Stelle sonst noch wichtig?
Erfrage, welche Kenntnisse oder sonstigen Qualifikationen für die Stelle förderlich sind. Unternehmen suchen nicht nur nach fachlicher Expertise, sondern auch nach persönlicher Eignung und sanften Faktoren wie Loyalität oder Empathie. Daher gilt es für dich, herauszufinden, auf welche Soft Skills das Unternehmen Wert legt. „Bewerber, die gezielt danach fragen, welcher Persönlichkeitstyp das Team am besten bereichern kann, beweisen damit Engagement, das immer gerne gesehen ist. Und nicht nur das. Du erhältst wichtige Informationen über Themen, die du nun viel besser vorbereiten kannst“, erklärt Martin Saidi.
- Eigne ich mich trotz einer fehlenden Qualifikation für diese Stelle?
Auch wenn du nicht alle Qualifikationen mitbringst, die in der Stellenanzeige beschrieben werden, kannst du punkten. Wenn du konkret nachhakst, ob du geeignet bist, auch wenn der eine oder andere Punkt nicht zutrifft, zeigst du Hartnäckigkeit und Motivation. Zwei Stärken, die sehr gerne gesehen sind.
Tipp: Betone, dass du gerne bereit bist, dich weiterzubilden und die gewünschte Qualifikation nachzuholen.
- Liege ich mit meiner Gehaltsvorstellung in Ihrer Spannbreite?
Detailfragen – wie die nach der genauen Anzahl der Urlaubstage und dem ganz konkret zu erwartenden Gehalt – sind im Erstanruf fehl am Platz. „Wenn jedoch in der Stellenanzeige ausdrücklich die Angabe deiner Gehaltsvorstellungen verlangt wird, ist es völlig in Ordnung, wenn du fragst, ob deine Gehaltsvorstellung im angedachten Budgetrahmen des Unternehmens liegt“, so Martin Saidi.