Selbstoptimierung: Ja, aber…

 

Wir streben nach dem Optimum und das nicht nur im Unternehmen, sondern auch auf uns selbst bezogen. Selbstoptimierung heißt das Stichwort, trifft den Zeitgeist, aber schießt manchmal auch übers Ziel hinaus. Was Selbstoptimierung meint, wo Chancen und Risiken liegen und warum der Trend sogar richtig gefährlich werden kann, lesen Sie heute im karriere tutor® Blog.

 

Der ganz normale Wahnsinn: wie Selbstoptimierung im Alltag aussieht

10.000, 10.001, 10.002 – der Blick beim Verlassen des Büros fällt auf den Schrittzähler auf dem Handy. Mit 10.000 Schritten wurde das angestrebte Pensum zwar erreicht, der Weg mit dem Rad nach Hause wird dies aber noch zusätzlich abrunden. Zum Abendessen gibt es heute einen Eiweiß-Shake, weil der die Fettverbrennung über Nacht ankurbelt und nicht so schwer im Magen liegt. Um 08:00 Uhr steht schließlich das wichtige Meeting mit dem Hauptkunden im Kalender, da gilt es, fit zu sein. Halt! Hören Sie mal in sich hinein: Sehen so auch Ihre Gedanken aus? Dann befinden Sie sich bereits mitten im Selbstoptimierungsprozess, ob Ihnen das bewusst ist oder nicht. Gesundheits- bzw. Fitnessapps sind nur ein Instrument dieses Trends, der sich immer tiefer in das kollektive Bewusstsein moderner Gesellschaften gräbt. Das sagt unser Gefühl, aber auch die blanken Zahlen tun es. In einer aktuellen Veröffentlichung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) heißt es, dass bereits heute mehr als 100.000 Gesundheits-Apps auf dem Markt sind, bis 2018 wird erwartet, dass die Hälfte aller Smartphone-Nutzer solche Gesundheits-Apps installiert haben wird. Das sind rund 1,7 Milliarden Nutzer – von einem Trend zu sprechen wird der Selbstoptimierung also längst nicht mehr gerecht, sie ist ein etabliertes Massenphänomen.

 

Warum Selbstoptimierung evolutionsbedingt ist

Sich selbst in allen Lebensbereichen, insbesondere in Bezug auf die persönliche Fitness, zu verbessern ist das größte Ziel der Selbstoptimierung. So sieht es zumindest heute aus. Im Grunde ist Selbstoptimierung aber eine evolutionsbedingt logische Folge der Weiterentwicklung der menschlichen Spezies. Denn ohne den Wunsch nach Gewinnmaximierung, Optimierung und einfach ausgedrückt Dingen, die das Leben einfacher machen, wären wir heute nicht da, wo wir sind, sondern säßen noch in unseren dunklen Höhlen und hätten Bärenfelle gegen die Kälte umgelegt. Sich selbst und seine Lebensumstände zu optimieren ist untrennbar mit der menschlichen Evolution verbunden und absolut keine Erfindung der Moderne. Per se schlechtreden wird der Selbstoptimierung also nicht gerecht, weil sie durchaus Gutes in sich trägt. Der Wunsch nach Weiterentwicklung ist grundpositiv und Triebfeder unzähliger menschlicher Erfindungen und Errungenschaften. Und das Streben nach Erfolg erwiesenermaßen ein echter Glücklichmacher. Also alles im Lot? Nicht ganz, denn entscheidend ist dennoch, in welche Richtung wir selbst die Selbstoptimierung treiben.

 

Erfolgreiche Frauen

 

Auch Selbstoptimierung muss sich weiterentwickeln

Der Grundgedanke der Selbstoptimierung ist nicht falsch, sondern tief im menschlichen Streben nach persönlicher Entwicklung verankert. Übersteigerte Selbstoptimierung, die ausschließlich dem Prinzip „Höher, schneller, weiter!“ folgt, aber nicht zielführend – im Gegenteil! Wer in seinem Alltag Instrumente der Selbstoptimierung nicht mehr als Hilfsmittel erkennt, sondern den Blick für den wesentlichen Kern der Apps & Co. verliert, läuft Gefahr, statt aufs Optimum auf eine heftige Überforderung zuzusteuern. Wer zu viel von sich verlangt landet schnell in einer Spirale aus negativen Gefühlen. Nie gut genug zu sein und immer noch mehr erreichen zu müssen, kennzeichnet dann die eigene Unzufriedenheit. Wer die Freude an der persönlichen Entwicklung verliert, sieht sich am Ende dann nicht selten mit der Diagnose Burnout konfrontiert. Verbessern ist gut, überfordern jedoch nicht. Was wir heute brauchen, ist eine Selbstoptimierung 2.0, die nicht nur den Anspruchsgedanken an beruflichen Erfolg ins Unermessliche steigert, sondern dem eine zweite Säule entgegensetzt: die der Freiheit. Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen spricht daher lieber von einer Selbstbestimmtheit als oberstes Ziel statt von einer reinen Selbstoptimierung. Letztere mündet nahezu ausnahmslos in einem Burnout, wie selbst prominente Beispiele wie der ehemalige Skispringer Sven Hannawald zeigen. Persönliches Wohlgefühl, eine Balance von Körper und Geist, kurzum sich selbst wohlzufühlen, ist die wesentlich wichtigere Maxime. Dies bestätigt auch die offizielle Studie, die Mühlhausen in Kooperation mit dem renommierten Institut TNS Infratest durchführen ließ, die diese Punkte klar vor der reinen persönlichen Fitness sieht.

 

Raus aus dem Optimierungswahn!

Fühlen Sie sich selbst manchmal in einer Optimierungsspirale gefangen? Dann bewältigen Sie jetzt ganz einfach den Absprung und machen Sie den ersten Schritt in Richtung Selbstoptimierung 2.0. Konzentrieren Sie sich zunächst auf Ihre persönlichen Stärken und darauf, was Ihnen Freude bereitet, entdecken Sie Ihre Talente und fördern Sie diese gezielt. Eine erste Anleitung gibt Ihnen unsere Sammlung „Ihr Weg zum Traumjob“. Werden Sie bewusster und entdecken Sie den Erfolg und die Lebensfreude direkt in Ihnen!

Oliver Herbig hat auf dem Gebiet berufliche Weiterbildung mit Schwerpunkt Management und IT in Geschäftsführer- und Vorstandspositionen über 15 Jahre Erfahrung. Profitieren Sie mit karriere tutor® von seinem Wissen und machen Sie sich fit für den nächsten Karriereschritt.

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