Wie Sie aus Lücken im Lebenslauf Trümpfe machen

Wie Sie aus Lücken im Lebenslauf Trümpfe machen

 

Kennen Sie die Skepsis im Blick der Personaler, wenn Sie Lücken in Ihrem Lebenslauf entdecken? Und das unangenehme Gefühl, ad hoc eine gute Begründung für die Leerzeit liefern zu müssen? Wie Sie als Bewerber mit Lücken im Lebenslauf umgehen sollten und diese sogar in überzeugende Argumente verwandeln können, möchten wir Ihnen gerne erklären.

Die scheinbar wertlose Zeit

Ihr Lebenslauf ist Ihre Visitenkarte bei jedem Bewerbungsprozess. Denn gerade dort sehen Personalverantwortliche genau hin, gibt er doch schlichtweg die aussagekräftigste Auskunft über Ihre Expertise. Im Lebenslauf können Sie mit Erfahrung und Qualifikationen auftrumpfen. Sprachkenntnisse, Hochschulabschlüsse und zusätzliche Zertifikate – all das macht Ihre Vita zum besten Argument in eigener Sache. Wenn da nicht die unangenehmen Lücken im Lebenslauf wären. Zeiten ohne feste Anstellung oder schulische Ausbildung fallen unangenehm auf. Gute Argumente liefern diese Lücken im Lebenslauf nicht, verschweigen sollten Sie sie dennoch nicht. Entdecken Sie das Potenzial, das in dieser scheinbar wertlosen Zeit steckt!

 

Kaschieren ja, Fälschen nein!

Wenn Sie unschöne Leerzeiten kaschieren, indem Sie falsche Angaben machen, kann dies arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Schon mehrfach wurden Arbeitnehmer nachträglich gekündigt, weil falsche Angaben im Nachgang aufflogen. So urteilte das Landesarbeitsgericht Nürnberg, dass ein Mitarbeiter, der durch ein gefälschtes Diplomzeugnis an seine Stelle kam, rechtmäßig gekündigt werden darf. (AZ 9 SA 400/05) Und ein Jurist, der seine Noten im Zeugnis fälschlicherweise aufgebessert hatte, wurde nicht nur gekündigt, sondern zusätzlich vom Düsseldorfer Arbeitsgericht zur Rückzahlung von 75.000 € Gehalt verpflichtet. (AZ 114 Ds-20 Js 1798/10-190/10) So verständlich das unangenehme Gefühl ist, wenn mehrere Lücken im Lebenslauf klaffen, oder die Noten nicht so gut ausfallen, wie sie könnten – Urkundenfälschung ist auch bei Lücken im Lebenslauf ein absolutes Tabu. Ist eine Lücke entstanden, seien Sie ehrlich und erklären Sie, warum es dazu kam. Und machen Sie die Lücke zu Ihrem Vorteil. Sagen Sie nicht, dass Sie sechs Monate arbeitslos waren, sondern nennen Sie es berufliche Neuorientierung. Erklären Sie Ihrem Gegenüber im Vorstellungsgespräch, dass Sie diese Zeit genutzt haben, um sich über Ihr künftiges berufliches Profil klarer zu werden. Das wirkt selbstbewusst und gefestigt. Noch mehr Tipps zum perfekten Vorstellungsgespräch, haben wir ergänzend hier für Sie zusammengetragen.

 

Lücken im Lebenslauf schließen

Noch besser ist es, wenn Sie kleine Lücken im Lebenslauf nicht einfach so stehen lassen. Denn in jeder Auszeit steckt immer auch eine Chance. Im Grunde bietet jede Leerzeit die Möglichkeit, Ihre persönliche Expertise zu erweitern. Ob Lücken im Lebenslauf nach dem Studium, zwischen zwei Anstellungen oder im Anschluss an eine Elternzeit erfolgen – es gibt immer wieder Zeiten im Leben, in denen sie entstehen. Meist wissen Sie bereits im Voraus, dass eine solche Übergangszeit auf Sie zukommt und können rechtzeitig intervenieren. Vier Möglichkeiten, wie Sie diese Zeiten gar nicht erst zur Lücke werden lassen, möchten wir Ihnen mit auf den Weg geben.

  • Weiterbildungen: Kaum eine Option ist besser als die, Lücken im Lebenslauf mit Weiterbildungen zu füllen. Sie haben zwischen Ihrem Hochschulabgang und dem ersten Job mehrere Monate Wartezeit? Dann erweitern Sie Ihre Expertise in dieser Zeit freiwillig, um einen noch besseren Start im ersten Job hinlegen zu können. Treten Sie beispielsweise demnächst eine Stelle in einem Unternehmen an, das mit Six Sigma arbeitet, belegen Sie zur Vorbereitung den Six Sigma Green Belt. So schließen Sie Ihre Leerzeiten und beschleunigen den Aufstieg im Unternehmen von Beginn an, indem Sie sich engagiert und qualifiziert zeigen. Befinden Sie sich mitten in einer Lücke mit noch offenem Ende, sind Weiterbildungen ebenfalls das Mittel der Wahl. Wer nach einer Kündigung noch nach einer neuen Position sucht, wertet sein Profil so spürbar auf und verbessert seine eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
  • Soft Skills: Nicht nur die harten Fakten, auch die richtigen Soft Skills sind bei Personalern gefragt. Nutzen Sie Ihre Lücken im Lebenslauf doch dafür, hier aufzutrumpfen. Geeignete Kurse zu beruflichen Soft Skills machen Sie zu einem gefragten Bewerber mit wertvoller Zusatzqualifikation.
  • Praktika: Auch praktischer Berufserfahrungen sind Gold wert. Denn wenn es nach dem Uni- oder Berufsabschluss nicht gleich mit der festen Anstellung klappt, findet sich vielleicht ein zeitlich begrenztes Praktikum in Ihrem Wunschbereich. So können Sie Fuß fassen und erste praktische Erfahrungen sammeln. Und bekommen vielleicht durch neue persönliche Kontakte die Chance, im Anschluss den beruflichen Einstieg zu schaffen. Auch für Quereinsteiger in neue berufliche Gefilde lohnt sich diese Option.
  • Sprachkurse:Auch Sprachkurse eignen sich hervorragend, um Lücken im Lebenslauf zu schließen. Wie viel besser klingt es schließlich, wenn Sie statt einer reinen Orientierungsphase von einer Intensivierungsphase sprechen können, aus der Sie mit verbesserten Fremdsprachenkenntnissen herausgingen?

Am Ende sind Lücken Chancen. Ausnahmslos! Ergreifen Sie diese und werten Sie ihr Profil in der Übergangszeit auf. Es lohnt sich für Ihre weiteren Schritte!

 

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Über Martin Saidi 5 Artikel
Meine Karriere als Personalcoach und Vertriebsleiter lief stringent nach oben, bis ich selbst aufgrund einer Entwicklungsstörung meines Sohnes die Reißleine zog. Ich wagte mich in ein neues berufliches Abenteuer und weiß heute, dass ich daran enorm gewachsen bin. Nun möchte ich Sie dabei unterstützen, neue Wege zu wagen und Ihr ganzes Potenzial freizulegen.