Konflikte lösen durch aktives Zuhören

Konflikte lösen durch aktives Zuhören

Ein Mitarbeiter kommt wiederholt zu spät, der Kollege hält sich nicht an Absprachen oder in Arbeitsprozessen kommt es zu Reibereien zwischen unterschiedlichen Abteilungen – Konflikte am Arbeitsplatz lassen sich nicht immer vermeiden. Doch wie geht man am besten damit um? Eine gute Möglichkeit, Konflikte zu lösen, ist das aktive Zuhören. Wie es funktioniert und welche Regeln Sie dabei beachten sollten, verraten wir Ihnen heute im karriere tutor® Blog.

Sie wollen einen schnellen Überblick über das Thema? Dann schauen Sie sich doch unser Video zum aktivem Zuhören an.

 

Aktives Zuhören – Darum geht es

„Bei meinem Kollegen rede ich gegen eine Wand“, dieser Satz fällt gerne mal in Konfliktsituationen am Arbeitsplatz und macht gleich einen Grund dafür deutlich, warum die Konflikte häufig ungelöst bleiben: Vielen Menschen fällt es schwer, anderen wirklich zuzuhören. Kein Wunder, denn in der heutigen Zeit ist meist eine positive Selbstdarstellung gefragt. Egal ob in den sozialen Medien oder im Job: wir fokussieren uns oft auf die Darstellung der eigenen Ideen, Eigenschaften und Bedürfnisse. In Konfliktsituationen reagieren wir entsprechend und versuchen vor allem, dem anderen unsere Meinung deutlich zu machen. Oft mit mäßigem Erfolg.

Eine wirksame Möglichkeit, um Konflikte anzugehen und zu lösen, bietet das aktive Zuhören. Diese Methode wurde vom US-amerikanischen Psychotherapeuten Carl R. Rogers entwickelt. Ziel dabei ist es, durch aktives, also bewusstes Zuhören den anderen und die Gründe für sein Handeln besser zu verstehen. Dadurch können Missverständnisse im Arbeitsalltag schneller aufgedeckt und ausgeräumt werden. Ein zusätzlicher positiver Effekt: das aktive Zuhören erzeugt Vertrauen und Empathie und verbessert so die zwischenmenschliche Beziehung.

 

Diese Regeln sollten Sie beim aktiven Zuhören beachten

Und so funktioniert es: Wie der Begriff schon sagt, geht es beim aktiven Zuhören darum, wirklich zu verstehen, was der andere sagen will. Dazu ist es zunächst wichtig, dass Sie eine offene, innere Haltung einzunehmen. Seien Sie bereit, die Meinung des anderen anzuhören und zu respektieren, ohne das Gesagte im Gesprächsablauf zu werten. Das bedeutet nicht, dass Sie der Meinung des anderen zustimmen müssen. Doch auch wenn Sie eine komplett andere Meinung haben gilt: Üben Sie keine Kritik fallen Sie dem anderen nicht ins Wort und schütteln Sie nicht missbilligend den Kopf. Stattdessen sollten Sie ihrem Gegenüber signalisieren, dass Sie bereit sind, ihm vorbehaltlos zuzuhören. Versuchen Sie deshalb, ihren Ärger über den Konflikt beiseitezulegen und offen zu sein

Nehmen Sie dafür auch eine offene Körperhaltung ein. Setzen Sie sich am besten ihrem Gesprächspartner gegenüber damit Sie während des Gesprächs Blickkontakt halten können. Ein leichtes Vorlehnen signalisiert dem anderen, dass sie ihm zugewandt sind. Verschränkte Arme oder Beine wirken dagegen ablehnend.

Wichtig ist, dass Sie während des Gespräches ihrem Gegenüber immer wieder verdeutlichen, dass die das Gesagte verstanden haben. Dies können Sie zum Beispiel durch ein Nicken oder ein kurzes „Ja“ oder „Ich verstehe“ tun. Natürlich ist es während des Gesprächs sinnvoll, Zwischenfragen zu stellen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Ansonsten sollten Sie den anderen aber möglichst nicht unterbrechen.

Am Ende des Gesprächs sollten Sie dann das Gesagte noch einmal in ihren eigenen Worten zusammenfassen. So können Sie sicher sein, dass Sie auch wirklich alle wichtigen Aussagen mitbekommen richtig verstanden haben.

 

Die optimale Vorbereitung für das aktive Zuhören

Damit im Gespräch selbst möglichst alles reibungslos funktioniert und Sie sich auch wirklich auf das Gesagte konzentrieren können, ist es bereits im Vorfeld wichtig, einige Dinge zu beachten:

  • Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin
    Ihr Gesprächspartner sollte rechtzeitig im Vorfeld wissen, worum es in dem gewünschten Gespräch gehen soll, wann das Gespräch stattfindet und wie lange es dauern wird. So kann auch er sich entsprechend darauf einstellen und sich darauf vorbereiten.
  • Wählen Sie einen neutralen, ruhigen Ort für das Gespräch
    Damit eine vertrauensvolle Atmosphäre entstehen kann, empfiehlt es sich, für das Gespräch einen ruhigen und neutralen Ort zu wählen. Im Großraumbüro in Hörweite der Kollegen oder im Chefbüro mit dem nicht nur räumlich trennenden Schreibtisch kann sich kein vertrautes Gespräch entwickeln. Wählen Sie stattdessen einen kleinen Besprechungsraum, in dem Sie ungestört sind.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Gespräch ungestört stattfinden kann
    Damit Sie sich voll und ganz auf das Gespräch konzentrieren können, sollten Sie ihr Handy abschalten. Auch ein „Bitte nicht stören“-Schild an der Tür kann nützlich sein.
  • Nehmen Sie sich einen Notizblock und etwas zu Schreiben mit
    Um wichtige Aussagen zu behalten hilft es, diese während des Gesprächs mitzuschreiben. So können Sie am Ende das Gesagte besser zusammenfassen. Dabei ist ein klassischer Schreibblock die bessere Wahl als der Laptop, wo sie eventuell durch eingehende Emails oder geöffnete Arbeitsunterlagen vom Gespräch abgelenkt werden.

 

So vorbereitet steht einem positiven Gesprächsverlauf nichts im Wege. Probieren Sie es doch mal aus.

In Stresssituationen entstehen häufiger Konflikte. Ein Weg, Stress am Arbeitsplatz zu reduzieren, ist ein gutes Zeit- und Selbstmanagement. Sie wollen mehr darüber erfahren und praxisorientierte Tipps für Ihren Berufsalltag bekommen? Dann schauen Sie sich jetzt unsere Fortbildung an. Einfach hier klicken.

Call-Back-Service

Wir rufen Sie innerhalb der nächsten 15 Minuten zurück! (Mo-Fr | 08:00 - 17:00 Uhr)

Über Oliver Herbig 24 Artikel
Oliver Herbig hat auf dem Gebiet berufliche Weiterbildung mit Schwerpunkt Management und IT in Geschäftsführer- und Vorstandspositionen über 15 Jahre Erfahrung. Profitiere mit karriere tutor® von seinem Wissen und mache dich fit für deinen nächsten Karriereschritt.