Die Einführung eines Kanban-Boards erfordert eine strategische Planung und eine sorgfältige Umsetzung, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Die folgenden vier Schritte helfen bei der Einführung und Nutzung des Kanban-Boards im Rahmen des agilen Projektmanagements.
1. Die richtige Vorbereitung
Bevor mit der Erstellung des Kanban-Boards begonnen werden kann, muss festgelegt werden, ob es sich um ein physisches oder virtuelles Kanban-Board handeln soll. Ursprünglich war das Kanban-Board eine einfache Pinnwand mit vielen kleinen Zetteln. Die gute alte Pinnwand hat den Vorteil, dass sie im Büro hängt und somit immer präsent und sichtbar ist. Alle Projektmitglieder müssen jederzeit Zugriff auf das Kanban-Board haben. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass es von den Projektmitgliedern auch tatsächlich konsequent genutzt wird. Mit zunehmender Digitalisierung der Arbeitswelt, Homeoffice oder kompletter Remote-Arbeit wird ein physisches Board zunehmend schwieriger. Daher empfehlen wir ein Online-Kanban-Board.
Tipps für die Nutzung virtueller Kanban-Boards
Für welche Anwendung du dich auch entscheidest: Wenn du in deinem Team mit einem virtuellen Kanban-Board arbeiten möchtest, solltest du darauf achten, dass das Tool von Anfang an eine starke Präsenz bekommt – ähnlich wie das physische Board im Büro. Sonst besteht die Gefahr, dass es im Arbeitsalltag untergeht und nicht live gepflegt wird, und dann verliert es seine Wirkung. So kann das Kanban-Board beispielsweise als Standardfenster beim Öffnen des Browsers angelegt werden. Ein weiterer Tipp ist, das Kanban-Board als Agenda für Teambesprechungen zu nutzen. Wenn im Jour fixe Abstimmungen zu aktuellen Aufgaben oder Projekten stattfinden, sollte das Kanban-Board für alle Teammitglieder sichtbar sein und live bearbeitet werden.
2. Erstellung des Kanban-Boards
Für den Einstieg in die Arbeit mit Kanban-Boards empfiehlt es sich, die Ursprungsvariante zu verwenden. Das erleichtert den Aufbau und die Einführung in den Arbeitsalltag. Denn oft besteht die größte Herausforderung für das Team darin, alte Gewohnheiten abzulegen und sich auf die neue Form der Zusammenarbeit einzulassen.
Drei Spalten anlegen:
- Linke Spalte: In Planung (To do)
- Mittlere Spalte: In Bearbeitung (Doing)
- Rechte Spalte: Erledigt (Done)
Karten anlegen: Die Karten (Tickets) werden angelegt und mit Aufgaben (Tasks) befüllt.
Karten dem Raster zuordnen: Je nach aktuellem Status der Aufgabe wird die Karte einer der drei Spalten zugeordnet. Eine neue Aufgabe wird immer der linken Spalte zugeordnet.
Aufgaben abarbeiten und Karten verschieben: Ziel ist es, jedes einzelne Ticket sukzessive, also nach und nach, abzuarbeiten, sodass es sich vom „To do“ über das „Doing“ bis zum „Done“ verschiebt.
3. Kanban-Prinzipien befolgen
Kanban-Prinzipien sind grundlegende Leitlinien, die den effektiven Einsatz der Kanban-Methode im agilen Projektmanagement und in der Prozessoptimierung unterstützen. Diese Prinzipien bieten eine strukturierte und flexible Methode zur Verbesserung der Effizienz und Qualität von Arbeitsprozessen, indem sie Transparenz schaffen, Engpässe reduzieren und eine kontinuierliche Optimierung fördern.
- Visualisierung des Workflows: Das Kanban-Board fasst alle für das Projekt relevanten Aufgaben zusammen und visualisiert die einzelnen Arbeitsschritte. Der Prozessfortschritt wird visualisiert, indem die Karten von links nach rechts wandern. Diese Vorgehensweise hilft, den aktuellen Stand der Arbeit zu sehen und Engpässe frühzeitig zu erkennen.
- Begrenzung der Aufgaben pro Spalte (Work in Progress bzw. WIP): Jede Spalte sollte auf eine vorher festgelegte Anzahl an Aufgaben beschränkt sein. Damit vermeidet das Team die Anhäufung von Aufgaben an einer bestimmten Station (Flaschenhalsproblem) sowie Überlastungen und steigert die Effizienz. Der Wertschöpfungsprozess bleibt im Fluss.
- Inkrementelles Vorgehen: Inkrementelles Vorgehen meint die schrittweise Bearbeitung der Aufgaben in Verbindung mit dem Verschieben der Karten von Spalte zu Spalte. Dadurch wird die Arbeit effizienter, das Team kommt schneller zu Ergebnissen und Probleme oder Fehler können frühzeitig erkannt und behoben werden.
- Qualitätsmanagement (Kontrolle, Anpassung, Verbesserung): Mithilfe des Kanban-Boards kann sehr gut kontrolliert werden, an welchen Stellen im Prozess oder Projekt es zu Engpässen oder Leerläufen kommt. Regelmäßige Reviews und Besprechungen in Form von Feedbackschleifen sind notwendig, um den Fortschritt zu reflektieren und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Ebenso kann gemessen werden, wie lange die Bearbeitungszeiten für bestimmte Aufgaben oder innerhalb einer Station sind. So können Prozesse besser gesteuert und Anpassungen rasch vorgenommen werden.
4. Loslegen!
Du kennst nun die grundlegenden Eigenschaften eines Kanban-Boards, den Nutzen sowie die Vor- und Nachteile. Entscheide dich für ein geeignetes Tool, wie z. B. Microsoft Teams, und beginne mit der effizienten Projektarbeit mit einem Kanban-Board.