Der zweite Schritt für einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben ist die Entwicklung eines persönlichen Profils. Arbeitslosigkeit oder andere Gründe, die zu einer längeren beruflichen Pause geführt haben, können einiges an Selbstvertrauen kosten. Umso wichtiger ist es, dich mit deinen Stärken, Werten und beruflichen Interessen aktiv auseinanderzusetzen.
Wenn du dir die Zeit nimmst, dein persönliches Profil zu erarbeiten, wirst du in vielerlei Hinsicht davon profitieren:
- Du kannst im nächsten Schritt leichter deinen Wunschjob definieren.
- Du baust Selbstbewusstsein auf.
- Du wirst deine Bewerbung leichter erstellen können.
Um dein persönliches Profil zu erarbeiten, solltest du keine Scheu davor haben, dich intensiv mit dir selbst zu beschäftigen. Beginne damit, dir einige Leitfragen zu stellen, und überlege bei jeder, wie sie auf deine eigene Situation zutrifft:
Was zeichnet mich beruflich und persönlich aus?
Überlege, welche Fähigkeiten und Kompetenzen dich ausmachen. Denke dabei nicht nur an fachliche Kenntnisse, sondern auch an Soft Skills wie Teamfähigkeit, Organisationstalent oder Problemlösungsfähigkeiten. Eventuell bist du besonders gut im Projektmanagement, hast ein Talent für Teamkoordination oder eine ausgeprägte Kommunikationsstärke. Auch Erfahrungen, die du während deiner beruflichen Auszeit gesammelt hast, zählen: Vielleicht hast du während deiner Elternzeit ehrenamtlich ein Vereinsprojekt geleitet oder ein Online-Community-Projekt organisiert.
Welche Kompetenzen, Erfahrungen oder Soft Skills habe ich – auch aus der Auszeit?
Reflektiere, welche neuen Fähigkeiten oder Stärken du gewonnen hast. Hast du gelernt, eigenständig Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu organisieren oder digitale Tools effektiv einzusetzen? Vielleicht hast du ein Zeitmanagement entwickelt, das dir jetzt im Berufsalltag zugutekommt, oder du hast Soft Skills wie Empathie und Konfliktlösung gestärkt. Durch die Pflege eines Angehörigen hast du eventuell Organisationstalent und Empathie entwickelt. Oder während einer längeren Reise hast du interkulturelle Kompetenz und Selbstständigkeit aufgebaut.
Was ist mir heute wichtig im Job? Was nicht mehr?
Überlege, welche Aspekte im Job für dich Priorität haben. Vielleicht ist dir eine gute Work-Life-Balance wichtiger als ein schneller Karriereaufstieg oder du wünschst dir mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum. Gleichzeitig erkennst du möglicherweise, dass Aufgaben, die früher zentral waren, jetzt weniger relevant für dich sind. Zum Beispiel merkst du auch, dass dir flexible Arbeitszeiten wichtiger sind als ein hoher Gehaltssprung. Oder dass Teamarbeit mehr Priorität hat als eine rein fachlich herausfordernde Position.
Welche Rolle spielen Familie, Gesundheit oder Flexibilität in meinem zukünftigen Arbeitsleben?
Denke darüber nach, welche Rahmenbedingungen für dich entscheidend sind, um langfristig motiviert und leistungsfähig zu bleiben. Eventuell brauchst du flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Tage, kurze Pendelwege oder möchtest Arbeitszeiten so gestalten, dass sie mit der Kinderbetreuung kompatibel sind. Vielleicht ist auch wichtig, dass du Phasen zur Erholung einplanen kannst, um gesund und leistungsfähig zu bleiben.
Diese Selbstreflexion ist eine Art Kompass auf dem Weg zum Wiedereinstieg. Wenn du genau weißt, wo deine eigenen Stärken liegen, was deine Prioritäten sind und was du für ein erfülltes Arbeitsleben brauchst, wird dir der Wiedereinstieg leichter fallen.